Tracklist:
1. I Taste Your Fucking Tears Of Sorrow
2. Prayer’s Night
3. Winterland
4. Lass mich gehen

5. Pathway Into Eternity
6. Lost
7. Entities From An Unknown Plane
8. Apocalyptic Visions

Review von:
Silvia

online seit:
03.10.2006

 

Wytchcraft - I Taste Your Fucking Tears Of Sorrow

Mit „I Taste Your Fucking Tears Of Sorrow“ veröffentlichten Wytchcraft aus Bottrop im Jahre 2005 ihr erstes Album. Wer angesichts des Covers, welches glatt auch Orkus-Sampler-tauglich wäre, glaubt, hier eine neue Gothic-Scheibe in der Hand zu halten wird alsbald eines Besseren belehrt. Vielmehr handelt es sich bei Wytchcraft nämlich um die scheinbar seltene Gattung der Doom Metaller.
Auffallend ist die Stimme von Sänger Kai Tubbesing, an die ich mich während der ersten Minuten des Openers „I Taste Your Fucking Tears Of Sorrow” erstmal gewöhnen musste. Theatralisch und weinerlich singt er daher, hier und da noch ein paar Chöre…und mit Verlauf des Songs passt sich der Gesang meiner Meinung nach immer besser in die Musik ein. Besonders emotional kommt in diesem ersten Stück der wirklich gut gelungene Refrain rüber und auch die instrumentalen Zwischenparts gefallen sehr gut.
Wytchcraft gehören offensichtlich zu den Bands, die ein Talent für gelungene Refrains haben, denn auch bei „Prayer’s Night“ kann man dies hören. Der Song geht ins Ohr und wie auch schon bei seinem Vorgänger zeigt der Herr am Mikro den Abwechslungsreichtum seiner Stimme.
Mit ihrer Ode an den Winter namens „Winterland“ schlagen die fünf Herren abermals neue Seiten auf. Ein ruhiger Beginn mit akustischen Gitarren und Flöten geht mit einem markerschütternden Schrei über in einen coolen rhythmischen Song mit teils deutschen und teils englischen Texten. Einziges Manko an diesem Song ist für mich der cleane Gesang. Hätte Sänger Kai sich an einigen Stellen etwas mehr zurückgenommen hätte er mir sicherlich noch besser gefallen. Aber trotzdem: auf jeden Fall ein schönes, stimmungsvolles Highlight der Scheibe – nicht zuletzt aber auch sicherlich aufgrund der gut integrierten Chöre und der Grunts.
„Lass mich gehen“ ist der einzige Song der Scheibe mit komplett deutschem Text. Auch hier fallen die aggressiven Grunts wieder positiv auf.
„Pathway Into Eternity“ und „Lost“ sind zwei weitere Highlights, die besonders durch die Gitarrenarbeit, getragene Melodien und kraftvollen Gesang zu überzeugen wissen.
„Entities From An Unknown Plane“ zeichnet sich durch den hier besonders kraftvollen und abwechslungsreichen Gesang aus. Die mal ruhigen, mal verspielten instrumentalen Zwischenparts und getragene Chöre sorgen für Abwechslung und eine schöne Atmosphäre die zum Träumen einlädt.  
Den Abschluss bildet das dramatische „Apocalyptic Visions“, ein Song über den Tag des jüngsten Gerichts. Mit Lärm von Sirenen und einem chaotischen Durcheinander von Stimmen endet „I Taste Your Fucking Tears Of Sorrow“ nach etwa 50 Minuten.

Alles in allem kann ich sagen, dass mir die Scheibe musikalisch durchweg gut gefällt, und dass sie sicher noch öfter in meinem Player rotieren würde, wenn das Verhältnis von cleanen Vocals und Grunts umgekehrt würde. Vielleicht beim nächsten Mal? ;-) Für Doom-Fans sicherlich empfehlenswert, also hört mal rein!
Hörproben gibt’s auf der Homepage der Band: http://www.wytchcraft.info