Tracklist:
1) Bittersweet Metaphor
2) Tries Turn To Resistance
3) Call To Arms
4) A Reason
5) Sleeping Beauty

Review von:
Jochen

online seit:
27.04.2007

 

Unhale - Devastation

Metalcore aus den Bergen

 

Vor ein paar Wochen fiel mir eine CD in die Hände, die ich erst mal gar nicht hören konnte... was sich als grosser Fehler erwies. Unhale heisst die Band und kommt aus der Steiermark, einer Gegend, die ich bis zum Free Your Mind – Festival in Deutschlandsberg (wer weiss, wo das ist, bekommt 100 Punkte) so gar nicht mit harter Musik in Verbindung gebracht habe. Aber eben dieses Festival hat mich eines Besseren belehrt, und so verwundert es mich auch nicht mehr, dass aus dieser Gegend eine Band kommt, die es problemlos mit Hard- / Metalcore – Bands aus dem deutschen Osten aufnehmen kann. (Nicht, dass ich meine, guter Metalcore könnte nur aus dem Osten kommen... aber meine Favoriten kommen daher.)

Seit 2004 gibt es diese Band, die nach einigen Umbesetzungen und einer Stilfindungsphase nun aus Niko – Gesang/Shouts, Luke – Gitarre, Chris – Gitarre/Backing Vocals, Mark – Bass/Screams und Pazzo am Schlagzeug besteht. Ihre Musik beschreibt sich am besten als treibende Mischung aus Hardcore und Death Metal, also die Zutaten, die eine gute Metalcore – Band ausmachen. Im April nun kam die entgültige Version ihres Demos „Devastation“ auf den Schreibtisch und hat mich auf Anhieb begeistert. Shouter Niko macht einen guten Job, auch wenn man sich an seine Stimme erst mal gewöhnen muss, und die Gitarristen sind sehr gut in der Lage, die notwendige treibende Wand zu erzeugen. Gewürzt wird das ganze durch gelegentliche melodische Gesangspassagen und Breaks mit cleanen oder gar akustischen Gitarren – eine sehr gute Mischung, die sofort ins Bein geht. Schlagzeuger Pazzo zeigt auf der CD, dass er sehr wohl verstanden hat, worauf es ankommt: treibende double-bass – passagen, knackige blasts, straighte, kraftvolle halftime-passsagen. Hier zeigt sich leider ein manko in der Produktion der Demo-CD, da fehlt es manchmal ein wenig am rechten timing, was ich aber einer so jungen Band überhaupt nicht ankreiden will. Ihre ersten Studio-Erfahrungen waren nach Nikos Aussagen sehr wertvoll und wichtig, und so möchte ich dieses Demo auch als Erstling betrachten, der eindeutig Hunger auf mehr macht. Basser Mark setzt sich für Metalcore-Verhältnisse sehr gut durch und arbeitet solide mit Pazzos Bassdrum zusammen. Insgesamt ist die CD ein Renner. Fünf Titel Energie pur, gut und mit Druck gespielt, Wenn man sie gehört hat, bekommt man Lust, Unhalt über eine Bühne toben zu sehen... und das ist schliesslich genau das, was ein Demo bezwecken soll. Leider ist mir das bisher nicht gelungen, obwohl Unhale schon einige Konzerte absolviert haben, vor allem in der recht bunten österreichischen Kleinfestival-Szene, unter anderem auch mit meiner anderen Steiermark-Entdeckung, den Thrashern von Perishing Mankind. Aber es gibt eine kleine Hoffnung, sie auch bald mal in unseren Gefilden zu hören.

Wer nun neugierig geworden ist: Auf Unhales MySpace – Seite (www.myspace.com/unhale) gibt es mehr Fotos und einiges von Ihrer Demo-CD. Wer die CD physisch haben möchte (das Artwork ist es durchaus wert!), der kann sich gern an die Band oder mich (jochen@midnightheart.de) wenden. Aber ich möchte noch einmal betonen: Die Demo-CD ist genau das: eine Demo-CD. Über kleinere Produktionsmängel sollte man da grosszügig hinwegsehen. Wenn man aber die musikalischen Inhaltsstoffe betrachtet, wird man begeistert sein!