Review von:
Fylgja

online seit:
06.03.2006

 

Týr - Eric The Red
VÖ 24.03.2006

Zwischen Schottland und Island liegt idyllisch eingebettet eine kleine Inselgruppe, die sich ca. 45000 Einwohner, Schafe und Seevögel teilen: die Färöer. Vermutlich waren die ersten Bewohner Mönche irischer Herkunft, die sich gegen 700 dort als Einsiedler niederließen und ab dem Jahre 800 entdeckten Wikinger die Inselgruppe, die im laufe der Zeit dauerhaft besiedelt wurde.

Doch außer einer herrlichen Landschaft und schlechtem Wetter haben die Färöer-Insel noch etwas Besonderes zu bieten. Viking-Metal heißt das Zauberwort und der Schlüssel dazu ist die Band Týr, die bereits 1998 von Frontmann Heri Joensen, Gunnar Thomsen und Kári Streymoy gegründet wurde. Sie spielten ein paar Konzerte, nahmen 2001 an dem Prix Føroyar (Musikwettbewerb) teil, den sie zwar nicht gewannen, aber den Durchbruch um einiges erleichterte. 2002 erschien über die färöische Plattenfirma Tutl Records ihr Debutalbum How Far To Asgaard und bereits ein Jahr später Eric The Red. Doch auch auf den Inseln bleibt die Zeit nicht stehen und so unterschrieb Týr bei Napalm Records. Ihr erster Streich ist die Widerveröffentlichung von Eric The Red mit diversem Bonusmaterial.

Eigentlich sollte ich mit dem Begriff Viking- oder Pagan-Metal etwas vorsichtig sein, denn Eric The Red ist nicht einfach nur eine Ansammlung von Lobeshymnen, Sagen und Legenden, die Querbeet die Tonleiter rauf und runter gegrölt werden, sondern eine gesunde Mischung aus einheitlichem Gesang und melodiösen Instrumentarium. Was zu Beginn mit dem Opener „The Edge“ ein wenig schwermütig klingt, gewinnt von Minute zu Minute mehr Geschwindigkeit und spätestens bei „Dreams“ geben die Jungs Vollgas. So zieht sich der Wechsel zwischen ausgeglichenen Refrains, abwechslungsreichen Gitarrenriffs und krachendem Schlagzeug über eine Stunde durch, wobei kein Song dem anderen gleicht, aber dennoch ein passendes Gesamtwerk ergibt. Týr präsentiert auf dem Album nicht nur Eigenkompositionen wie „Alive“ oder „Rainbow Warrior“, besonders traditionelle färöische und dänische Stücke wie „Regin Smidur“ oder „Ramund Hin Unge“ haben ihren Platz auf der CD gefunden. Ebenfalls ein Lied, das fast jeder von uns kennt und doch kaum jemand weiß, wo es denn wirklich herkommt, ist das irische  Sauflied „The Wild Rover“, in dem es um einen Landstreicher geht. Bei uns wurde die Melodie des Songs mit einem neuen Text ausgeschmückt und „Klaus&Claus“ hatten ihren großen Hit „An der Nordseeküste“... da ist mir das Original viel lieber :-)

Im Großen und Ganzen gelang Týr eine unterhaltsame Platte, bei der allerdings, wie bei vielen Viking-Metal-Alben, das Problem des Verstehens auftritt, denn einige Texte werden in der Landessprache Färingisch gesungen. Auch der etwas hohe Gesangspart ist ein wenig Gewöhnungsbedürftig, was aber der verspielte Gitarren- und Bass-Sound locker wieder wettmacht.

Mehr Infos und auch Hörproben von Týr findet ihr unter www.tyr.net und www.napalmrecords.com
Dort könnt ihr die CD auch erwerben.
 

Discographie (Alben):

How Far To Asgaard (2002)
Eric The Red
(2003/2006) 

Line-Up:
Heri Joensen – Gesang, Gitarre
Terji Skibenæs – Gitarre

Gunnar H. Thomsen – Bass
Kári Streymoy – Schlagzeug