Review von:
Fylgja

online seit:
05.09.2006

 

TÝr - Ragnarok

 

VÖ 22.09.2006

 

Es ist noch gar nicht so lange her, im März diesen Jahres um genau zu sein, da schwappte TÝr von den Färöer-Inseln zu uns herüber und brachten eine geballte Ladung Pagan-Metal mit. Knapp sechs Monate später entern sie ein weiteres Mal neues Land und wieder haben sie die Taschen voll mit Geschichten und Melodien nordischer Folklore.

 

The Beginning heißt der Opener und verspricht eine spannende Fortsetzung ihres Vorgänger-Albums „Eric The Red“ zu werden. Schon hier bemerkt man, dass sich die vier Musiker weiter entwickelt und neue Ideen verwirklicht haben. Wie Wellen bewegen sich die Töne auf und ab, sorgen für hitzige Tempo-Wechsel und ausgeglichene und ruhige Passagen.

 

Auffällig ist der stark erhöhte Einsatz von Gitarrensoli und auch im Gesamten scheint Ragnarok etwas an Härte verloren zu haben. Die Folkanteile sind deutlich weniger geworden und somit tendiert das Album mehr und mehr in Richtung (vorsichtig ausgedrückt) Melodic Metal. Doch das soll kein Nachteil sein, denn bei diesem Einsatz konnten TÝr deutlich machen, wo ihre Stärken liegen: komplizierte Gitarrenriffs.

 

So schön das alles auch klingen mag, so abwechslungsreich die Songs sind... diese Euphorie hält leider nicht bis zum Schluss. Nach den ersten acht Stücken verliert die CD mehr und mehr an Unterhaltung und das Gefühl, bestimmte Melodien schon einmal gehört zu haben, wird immer intensiver. Das Instrumentalstück The Rage Of The Skullgaffer scheint noch einmal der Versuch zu sein, der Platte in den Hintern treten zu wollen. Ein letztes Aufbäumen des druckvollen Gitarrensounds und Ragnarok bricht vollends über das Album herein.

 

Ein starker Anfang, der zu viel versprochen hat.

 

 

Discographie (Alben):

How Far To Asgaard (2002)

Eric The Red (2003/2006)

Ragnarok (2006)

 

 

Line-Up:

Heri Joensen – Gesang, Gitarre

Terji Skibenæs – Gitarre

Gunnar H. Thomsen – Bass

Kári Streymoy – Schlagzeug