Tracklist:
1. Bloodeagle
2. Of fire and ice
3. Black Havoc
4. Allthing
5. Northern Lights

Review von:
Sascha

online seit:
04.12.2007

 

Timor et Tremor - The Winding Path

Um zu vermeiden, dass unsere Silvia einen völligen Kollaps in Sachen Reviews bekommt, habe ich mich dazu bereit erklärt, ein Review zu übernehmen. Und was wird mir zugeschustert? Black Metal! Ich… Black Metal… Naja sowas kann eigentlich auch nur Silvia einfallen. Bei Assoziationsspielen würde sie bei dem Wort „Currywurst“ auf das Wort „Schwingschleifer“ kommen. Nichtsdestotrotz hat Silvia im Moment sehr viel zu tun und hätte das Review lieber selber übernommen, als mir Black-Metal-Kacknoob zu geben. Aber zum Thema…

Das erste was ich bekommen habe war die Internetadresse der Band. Ich hatte so meine Erwartungen an die Homepage. Als erstes schossen mir Bilder von wildgewordenen, in einer Höhle kauernden und mit Waffen posierenden Pandabärchen durch den Kopf. Noch während ich mit „Enter“ die Adresse www.timor-et-tremor.de bestätige, muss ich mich an die vielen Internet-Misanthropen erinnern, die ich immer so witzig fand. Dann wurde es grün… Positiv fällt auf, dass die Internetseite auch in Englisch verfügbar ist. Aber als fauler Mensch möchte ich ja erstmal entspannt lesen und nichts nachschlagen müssen. Auf der nächsten Seite die (leider mittlerweile notwendige) Bekundung: „Timor Et Tremor verstehen sich NICHT als politische, ideologische Band. Wir stehen dem Rechtsruck in der Black/Pagan Szene ablehnend gegenüber“ Es ist als Black Metal Band zur Zeit nicht einfach sich gegen rechte Vorwürfe zu wehren. Die Antifa hat ihre Hexenjagd nun mal begonnen und wird so schnell nicht damit aufhören. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich war sehr positiv überrascht, dass alle meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Keine Pandas, keine Waffen, keine Maskerade. Das macht mir zumindest die drei Jungs Marco (g), Jan (d) und Hendrik (v) ziemlich sympathisch. Boah… ECHTE NAMEN? Keine Pseudonyme? Direkt noch ein Pluspunkt aufs Konto.
Generell ist die gesamte Homepage sehr, sehr übersichtlich ohne großen Schnick-schnack. Hier zählen nur die klaren Informationen und keine Selbstdarstellungen, die auch kein Schwein interessieren würde. Zudem freuen sich meine Ladezeiten. Warum ich hier die Homepage beschreibe? Ganz einfach! Auf der Homepage findet man nämlich die fünf Songs von „The Winding Path“ als Download in voller Länge und in guter Qualität. Leider in der heutigen Zeit auch ein Muss. Musiker sein ist heutzutage nichts anderes als moderne Sklaverei. Gut, dass ich dahingehend ziemlich talentfrei bin. Aber hören kann ich gut.
Kurz bevor ich im WinAmp Play drücke, baut sich bei mir immer eine innerliche Anspannung auf. Besonders wenn es sich um Black Metal handelt. Denn es sind wirklich die ersten 5 Sekunden die einen ersten Eindruck bei mir hinterlassen. Was habe ich also erwartet? Grottig, schlechte Aufnahme mit der Begründung „das ist true“ hab ich erwartet. Hab ich aber nicht bekommen, mal wieder zum Glück. Der erste Song „Bloodeagle“ wird mir direkt in meine Gehörgänge gedrückt. Das war einer der wenigen Momente wo ich nichts sagen konnte. Erstmal fällt mir auf, dass der Song strukturiert ist und jedes Instrument seine Daseinsberechtigung hat und der Gesang nicht übel aufstößt sondern echt gut da reingehört. Aber irgendwie hat mir was gefehlt, ich weiß es nicht genau. So ging es mir beim zweiten Song „Of Fire and Ice“ auch. Es sind zwei solide Black Metal Songs die zwar bodenständig amtlich sind und man sich den ganzen Tag anhören könnte (besonders im Auto *fg*) aber das Rad wurde nicht neu erfunden. Gut ich gebe zu… das ist mittlerweile auch sauschwer geworden. Was mir sehr gut gefällt sind die groovigen Parts die mir dann doch das Nicken im Nacken getrieben haben. Soviel zu den ersten zwei Songs.
Als drittes hätten wir da „Black Havoc“ YES, da geht was! Da holen die Jungs schon um einiges mehr raus. Das ist die Atmosphäre die ich mir bei Black Metal wünsche. Der ganze Song ist sehr abwechslungsreich, melodisch und es passt alles zusammen. Einer der ganz wenigen Black Metal Songs, die es tatsächlich in mein Auto geschafft haben. Ich kann mich nur wiederholen, ich mag diese Abwechslung und vor allem die Atmosphäre die mir in den ersten beiden Songs nicht so ausgeprägt entgegengekommen ist. Der Song hat ein super Potenzial.
Ich wollte jetzt gerade den Satz schreiben: „Wenn ich in Lotto gewinne, schicke ich die Jungs ins Studio!“, als mir auffiel, dass im Pdf-Booklet steht, dass die Jungs alles selber aufgenommen haben? cO Wenn das wirklich im Homerecording-Verfahren geschehen ist, kann ich dafür nur ein Lob aussprechen. Aber zum nächsten Song „Allthing“. Sehr schön, dass Allthing an „Black Havoc“ anknüpft. Ich wage zu mutmaßen, dass die beiden Songs die neueren sind oder zur gleichen Zeit entstanden. Nicht etwa weil sie gleich klingen, sondern wirklich gleich viel Spaß machen zu hören. Allthing geht dabei etwas mehr nach vorne und wirkt treibender. Der letzte Song „Northern Lights“ gehört zumindest vom Titel her auf eine Black Metal Scheibe. Northern Lights würde ich als klassischen und soliden Song bezeichnen, der mir allerdings auch besser gefällt als die ersten beiden Songs. Und das alles zu dem Preis!?
 
Fazit
: Ich bin sehr gespannt, was noch alles von der Band kommen mag. Sollten sie weiterhin im Stile von „Black Havoc“ weiter machen, würde ich mich darüber sehr freuen. Darüber hinaus scheinen die drei Schwarzmetalisten wirklich Wert auf ihre Musik und nicht auf ihr Image zu legen. Da sieht man, worum es eigentlich geht. Man kann sich halt als Black Metal-Band nicht nur über Warpaint und abgedroschene, mittelalterliche Waffen definieren. Neee, es funktioniert auch tatsächlich über das worauf es in erster Linie ankommt: Musik. Musik, die in diesem Falle fast durchweg gelungen ist. Gratulation dazu. Das Ganze für gratis; wer da nicht reinhört - selber schuld! In diesem Sinne \w/