Tracklist:
1. Lusus Naturae
2. Schatten
3. Jahrmarkt der Geister
4. Zauberlehrling
5. Rituale
6. Liebeslied
7. Gedanken
8. Assasini
9. Leben und Tod
10. Sonorous Din

Review von:
Jochen

online seit:
03.04.2006

 

Sonorous Din - Lusus Naturae

Eigenproduktion
2006

Seit einigen Jahren schon existieren Sonorous Din („Klangvolles Getöse“) und lassen immer einmal wieder durch einige Auftritte von sich hören. Nach sehr vielen Umbesetzungen scheint die Band um Bassistin Stefanie LaRocca und Schlagzeuger Mario LaRocca nun eine stabile Besetzung gefunden zu haben und stellen mit „Lusus Naturae“ ihr erstes Studio-Album vor. Mittelalter-Rock nennen sie ihre Musik. Nun, mit Mittelalter hat ihre Musik recht wenig zu tun, obwohl einige der Texte durchaus mittelalterliche Züge haben. Musikalisch kommen sie rockig daher, direkt und klar. Eine Geige setzt deutliche melodiöse Akzente. Die Produktion ist sehr unmittelbar, hat fast live-Charakter. Kaum Effekte hört man da, einen sehr schönen, sehr runden Bass-Sound und fast metallisch klingende Gitarren ohne Schnörkel. Das ganze wird unterstützt von einem trockenen, rockigen Schlagzeug. Und das alles klingt gut, bis die beiden Sänger in Aktion treten. Jamina LaRocca und Thomas Haferberger teilen sich die Texte zwar sinnvoll und die Wechsel zwischen weiblicher und männlicher Stimme werden gut und effektvoll eingesetzt. Thomas Haferbergers Stimme ist aber so deklamatorisch, fast pathetisch, dass sie über weite Strecken nicht zu der ehrlichen, straighten Rockmusik passen will. Und Jamina LaRocca? Abgesehen davon, dass sie teilweise unsicher ist, ist ihre Stimme gut und schön. An den wenigen Stellen, an denen sie rockig klingen möchte, geht das aber leider schief, da reicht die Vielfalt der Stimme dann doch nicht aus. Ein sehr schönes positives Beispiel ist die Ballade „Liebeslied“, da passen beide Stimmen zueinander, Jamina LaRoccas Stimme passt sehr gut in die Ballade und Thomas Haferberger klingt nicht so pathetisch wie auf anderen Stücken.

Die Texte der CD sind sicherlich Geschmackssache. Für mich klingen sie oft aufgesetzt, konstruiert und den mittelalterlichen Charakter, den Sonorous Din für sich beanspruchen, muss ich oft suchen. Aber immerhin sind alle Texte deutsch, was für mich ein deutlicher Pluspunkt ist.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Album sehr zwiespältig ist. Musikalisch sicher gut, direkt, rockig, aber die Sänger/in und die Texte sind dennoch ein Wermutstropfen. Und die Track-Liste ist sicherlich auch nicht optimal: Das eher wehmütige „Lusus Naturae“ hätte wahrscheinlich besser in die zweite Hälfte der CD gepasst, während etwa „Schatten“ oder ein ähnliches lebendigeres Stück den besseren Opener ergeben hätte. Daraus sollte man Sonorous Din aber keinen Strick drehen. Wer also Gothic – angehauchten Rock mag, der sollte sich die Platte mal anhören. Oder Sonorous Din mal live begutachten. 

Besetzung:
Jamina LaRocca – Gesang
Thomas Haferberger – Gesang
Stefanie LaRocca – Bass
Katharina Vogt – Violine
Alexander Funke – Gitarre
Mario LaRocca – Drums