Tracklist:
1.Chaos
2. Wonderland
3. Mortality
4. Charge
5. Sad Day
6. We Come In Peace
7. Haunted
8. False Gods
9. Lost Within
10. Work It Out

Review von:
Jochen

online seit:
03.04.2007

 

Perishing Mankind - Wonderland
VÖ: 12.3.2007
Noisehead Records

Neulich, in einer Kleinstadt in der österreichischen Steiermark... Hier gibts Kürbiskernöl, Touristen, Bergblick, auch Anfang März schon schönes Wetter... und das Free Your Mind - Festival, ein kleines, feines Festival in einer kleinen, feinen Halle mitten in Deutschlandsberg. Mit zwei super netten Veranstaltern und 8 oder 9 Bands an zwei Tagen.
Am Freitag gab es dort für mich eine kleine Sensation: Perishing Mankind aus ich glaube der Nähe von Graz, sehr sympathische Leute, ruhig, kommunikativ. Bald stellte sich heraus: sie machen Metal, und sie waren die einzigen Metaller an diesem Festival-Freitag, nachdem eine industrial-orientierte Metal Band wegen technischer Probleme absagen musste. Und sie haben einen guten Job gemacht: Energiegeladen, mit sehr viel Spass... eine Death-Thrash-Attacke auf die Nackenmuskeln!
Ich will Schlagzeugerin Beate nicht besonders hervorheben, das macht jeder... sie ist sehr gut, sehr genau und weiss, was sie tut. Ein Kollege hat sie als "Duracell-Häschen am Schlagzeug" bezeichnet, was zwar irgendwie komisch klingt, aber sicherlich nicht unrichtig ist.
Nun, nach dem Gig versprach Beate, mir eine CD zuzuschicken und das hat sie auch zuverlässig getan: Kurz nach der Veröffentlichung schlug "Wonderland" hier auf und wanderte sofort in den Player.
Gleich das erste Stück, "Chaos", fängt für mich vielversprechend mit einem Alice in Wonderland - Zitat an, um dann gleich in ein kräftiges Thrash-Riff zu münden. Um eines vorwegzunehmen: Geschwindigkeits-Räusche bekommt man nicht bei Wonderland... die Platte ist nicht träge, nein, aber sie ist auch kein 220bpm-Machwerk. Genau so das richtige, um den Kopf mal so richtig durchzuschütteln!
Sänger Holger kann hervorragend shouten, aber auch klar singen, was eine schöne Mischung ergibt, die zu keinem Zeitpunkt langweilig oder nervig wird. Die beiden Gitarristen Gernot und Georg legen ein sehr dichtes, aber dennoch transparentes Brett hin, gut produziert, mit dem nötigen Druck, und Basser Paul macht seinen Job so, wie man es von einem Bassisten erwartet: Tiefe Töne, ein solides Fundament, immer gut mit der Bass Drum im Einklang. Beate am Schlagzeug macht einen sehr soliden, genauen und kreativen Job, der den Sound der Band deutlich mit prägt.
Gleich nach Chaos geht es mit dem Titeltrack der CD weiter. "Wonderland" ist im Moment mein Lieblingsstück auf der Platte, eine mid-tempo-thrash/death - Nummer, sehr breite Gitarren, man fängt unweigerlich beim Schreiben an zu nicken. Mit "Mortality" und "Charge" geht es dann etwas thrashiger weiter, bevor "Sad Day" leicht andere Töne anschlägt: Klarer Gesang, eine unverzerrte Gitarre und fast jazzige Töne im Intro, aber bald ist auch dieser Song wieder ein Headbanger, um dann wieder zurück in die etwas ruhigeren Töne vom Anfang zu kommen. Sehr abwechslungsreich, spannend, mitreissend.
Ein metallischer Höhepunkt ist das fast 8 Minuten lange "False Gods". Nicht eine einzige langweilige Sekunde in einem so langen Thrash - Stück zu finden, das ist schon eine Leistung! Das Stück treibt über die gesamte Zeit vorwärts, und immer wenn man denkt jetzt geht nix mehr, kommt eine neue Steigerung, ein anderer Übergang zum Refrain, ein Solo. Sehr gut.

Die Produktion der Platte ist durchweg gut, nichts nervt oder kreischt, die Gitarren klingen definiert und durchsichtig und der Bass ist sauber zu hören. Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass das Schlagzeug sehr natürlich rüberkommt, nicht das Thrash-Typische "Tock" der Snare, sondern ein Holzkessel ist da zu hören.

Wenn es hier bei Midnightheart "Herzchen" für CD-Rezensionen gäbe, Perishing Mankind bekämen 12 von 10 für diese Platte!

Lineup:
Beate - drums
Georg - lead guitar
Gernot  - rythm guitar
Holger - vocals
Paul - bass