Tracklist:
1. Metropolis Rotting
2. Serpent Gate
3. Sunset and the Falling Leaves
4. Catafalque
5. Promises in Stone and Fire
6. Another Hell Unearthed
7. Foul Winds through Utopia
8. Stabbing Love into Her
9. Those pale, grey Shrouds
10. Between God and Gutter

Review von:
Silvia

online seit:
08.07.2006

 

Path of Golconda – The Threshold Diaries

Besonders leicht gemacht haben es sich die Oberhausener von Path of Golconda selbst nicht gerade. Mit „destination:downfall“, dem Vorgänger von „The Threshold Diaries“ haben sie die Erwartungen ihrer Hörer schon ziemlich hoch geschraubt. Dieses Niveau soll erstmal wieder erreicht werden.

Nachdem der Opener „Metropolis Rotting“ bereits auf der Homepage der Band zum Download angeboten wurde herrschte eine Euphorie, Spannung und Vorfreude auf den Rest der Scheibe. Zu Recht, denn in „Metropolis Rotting“ haben Path of Golconda scheinbar alles reingesteckt was ihre Musik grundsätzlich so zu bieten hat. Ein abwechslungsreicher und absolut geiler Song der sowohl mal total abgeht aber auch wieder ruhigere Parts zum Luftholen zu bieten hat, wie schon fast üblich sehr nette Lyrics die von Sänger Manuel authentisch rübergebracht werden und und und… Super Aufhänger, schlau gemacht ;-)

Besonders rücksichtsvoll ist man den Hörern gegenüber übrigens zumindest mit dem anschließenden „Serpent Gate“ nicht gerade. Für Path of Golconda ungewohnt kurze 4 Minuten wird erstmal drauflos geprescht und nur mit gelegentlichen groovigen Parts mal ein bisschen Luft gelassen. „Serpent Gate“ ist übrigens anscheinend sowas wie der Überbringer des Bandmottos „the course is set, the cause is black“!

Genau das Richtige ist jetzt „Sunset and the Falling Leaves”. Ein schönes, stimmungsvolles Instrumental welches das Intro zu „Catafalque“ darstellt.  Kurz Luft holen, runterkommen, entspannen und den golcondrianischen Sinn für Romantik genießen….

…und weiter geht’s mit dem so schön eingeleiteten „Catafalque“, welches sich zunächst als ein wahres Rhythmuswunder entpuppt, das den Kopf so schnell nicht mehr verlassen wird. Fragt sich nur, wessen Leiche Path of Golconda mit diesem Katafalk zur Schau stellen möchten.

Es folgt meiner Meinung nach das absolute Highlight der Scheibe:„Promises in Stone and Fire“ fängt ganz ungewohnt überaus melodisch an. Das gefällt schonmal! Wirklich ein sehr schöner und ergreifender Song, der im Vergleich zum Rest der Scheibe zwar ebenso abwechslungsreich aber auch um einiges ruhiger ist.
An dieser Stelle zeigt sich übrigens auch mal wieder die Vielfältigkeit der Stimme von Sänger Manuel, der durch seinen Gesang die Leidenschaft des Songs, die nicht zuletzt auch durch die schönen Gitarrensoli herbeigezaubert werden, unterstreicht. Und noch ein weiteres Mal: sehr geile Lyrics! Übrigens lässt sich anhand dieser auch erahnen, dass da jemand aus dem Hause Golconda eine Schwäche für griechische Mythologie hat. So spielen die griechischen Göttinnen Leto und Artemis hier eine Rolle.
Wie bereits erwähnt mein absoluter Favorit. Umso schöner, dass dies mit über 8 Minuten auch noch der längste Song der „Threshold Diaries“ is.

Zugleich ist es auch sowas wie die Ruhe vor dem Sturm, denn ein bisschen Erholung ist sicherlich auch sinnvoll bevor es nun mit „Another Hell Unearthed“ und „Foul Winds through Utopia“ wieder schneller wird und so richtig abgeht.
Wer es bisher nicht festgestellt hat wird es jetzt tun: Path of Golconda haben den Groove :-D Und überhaupt…ob man wohl vorher Wetten abgeschlossen hat wer sich hier wohl als erstes die Finger wund spielt? Sängerknabe Manuel fällt da wohl raus, beschäftigt sich mit den Dingen die er wie ja schon erwähnt wahrlich beherrscht und stachelt seine Mitmusiker womöglich noch ein bisschen an, frei nach dem Motto „schneller geht immer“!

Auch mit „Stabbing Love into Her“ erweist man sich nicht gerade gnädig mit dem werten Hörer bzw. dessen Nackenmuskeln, denn es will einfach nicht langsamer werden.
Allein vom Titel her könnte der Song schon mal grob in Richtung „Devour Machine“ gehen, welches auf sämtlichen Vorgängern von „The Threshold Diaries“ in verschiedenen Versionen zu hören war.
Zumindest eine kleine Verschnaufpause wird uns hier aber doch noch gegönnt…ein schöner ruhiger Part der – wen wunderts – aber auch gnadenlos schnell wieder beendet wird und in einem abermals rasanten Ende eines weiteren Highlights der Scheibe gipfelt.

Mit „Those pale, grey Shrounds“ zaubern Path of Golconda ein zweites schönes und theatralisches Instrumental und Intro zum Einleiten des leider schon letzten Song des Albums.  

Der rasante Beginn von „Between God and Gutter“ erinnert ein wenig an den schockierenden Beginn des Vorgängeralbums, welcher übrigens auch der Grund dafür war dass ich mich vorsorglich mit allerhand beruhigenden Mittelchen eingedeckt hab bevor ich mir die neue Path of Golconda genehmigt hab.
Ganz so schockierend war der Übergang diesmal jedoch nicht und so kann man noch halbwegs entspannt „Between God and Gutter“ genießen.
Besagter Song ist wieder was für die Mattenschwinger, Abwechslungsverliebten und dank des Textes natürlich auch wieder was für Lyrikliebhaber und Romantiker. Live haben die Oberhausener diesen Song übrigens durch Kunstschnee schön unterstrichen und damit für eine angemessene Atmosphäre gesorgt. Genau diese Stimmung erfüllt mich seitdem immer wieder wenn ich diesen Song höre, denn auch thematisch passt das sehr gut.
Als wollten Path of Golconda abschließend nochmal ihren Abwechslungsreichtum und ihr Können unter Beweis stellen fahren sie hier nochmals mit all diesem auf.
Wirklich ein sehr schöner Song und ein weiteres Highlight zum Abschluss…der aber leider mal wieder Lust auf viel, viel, viel mehr macht.


Insgesamt sind die Songs im Vergleich zu den Vorgängeralben um einiges kürzer geraten, was der Qualität aber natürlich keinen Abbruch tut. Dennoch sind es für mich die drei längsten Stücke der Scheibe, die die absoluten Höhepunkte darstellen. 
Der „geübte“ Path of Golconda-Hörer wird vermutlich wissen, dass man von Mal zu Mal hören immer mehr Details entdecken kann, die das Hörvergnügen auch immer größer machen ;-) Den neuen Hörern sei deshalb gesagt: wenn es nicht sofort zündet…lasst der Platte und euch ein bisschen Zeit und ihr werdet sehen, es wird sich lohnen!

Abschließend möchte ich der Band und denen die sie beim Artwork der „Threshold Diaries“ unterstützt haben noch ein fettes Lob aussprechen. Wie schon beim Vorgänger ist die optische Aufmachung mal wieder sehr gelungen, und ein Booklet mit allen Lyrics (und dann auch noch einem Foto der abgewrackten Musiker *g*) bekommt sowieso immer Pluspunkte!! ;-)

Rundum also ein absolut gelungenes Werk und ich bin jetzt schon gespannt ob man es nächstes Mal wieder schaffen wird das aktuelle Werk zu übertreffen…das wird harte Arbeit!