Tracklist:
1. Through Fog and Fire
2. Uncreation
3. Message in a Rifle
4. Calling the Tide
5. This dead-end World
6. Petriachor (The Parting of Hearts)
7. A Cannibal Crusade
8. Devour Machine

Review von:
Silvia

online seit:
08.07.2006

 

Path of Golconda – destination:downfall

Mit destination:downfall liefern die Oberhausener von Path of Golconda bereits das dritte Album ab. Seit den letzten Beiden hat sich jedoch einiges getan. So hat man es sich diesmal nicht nehmen lassen Andy Classens Stage One-Studio zu entern und damit die Musik in ein ganz neues Gewand zu hüllen und nochmals um einiges aufzuwerten.

Schon das Intro „Through Fog and Fire“ macht überdeutlich, was sich durch die gesamte Platte ziehen wird: Endzeitstimmung. Mit den Worten „welcome to the uncreation“ wird der Hörer eingeladen sich – soweit denn möglich – zurückzulehnen und ein paar Eindrücke der golcondrianischen Welt auf sich wirken zu lassen.

Wer den absolut grandiosen Übergang zum nächsten Song ohne allzu großen Schock doch tatsächlich übersteht kann nun „Uncreation“ genießen. Wenn man es denn genießen nennen kann… Die Stimmung die einen im Intro bereits ziemlich erdrückt hat wird einem verstärkt durch den rasanten Anfang nochmal so richtig um die Ohren geschleudert. Nach den ersten 30 Sekunden wird so mancher wohl erstmal nach Luft schnappen….allzu viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht, denn nur ein kurzer, relativ „ruhiger“ Zwischenpart trennt den Hörer von der nächsten Hetzerei und markerschütternden Schreien und Verbalakrobatik von Sänger Manuel.

Für innere Unruhe sorgt unter Umständen die kontinuierliche Spannungssteigerung von „Message in a Rifle“. Die Hobbypsychologen unter euch werden vermutlich aufhorchen wenn sie hier etwas über die „Catharsis“ hören. Da ich eure gedankliche Freiheit schätze und mich ja freu wenn sich jemand mit Texten beschäftigt lasse ich die Lyrics von „Message in a Rifle“ samt meiner persönlichen Interpretation mal ruhen. Wäre vielleicht eher ein Thema fürs Forum oder eine Diskussionsrunde bei nem gemütlichen Bier/Kaffee/Wein…quasi frei nach Freuds psychologischer Mittwochsgesellschaft ;-)

Zurück zum Thema: „Calling the Tide“ legt nochmals ein bisschen an Geschwindigkeit drauf. Gelegentlich könnte man das Gefühl bekommen, Manuel platze vor Wut und Hass bald der Kragen. Die Theorie, dass man ihn vor den Aufnahmen übelst provoziert hat (wie das angeblich bei einigen anderen Bands so üblich ist um ihre Sänger aus den Reserven zu locken) habe ich mir allerdings mittlerweile widerlegen lassen. Entweder ist er also von Natur aus übellaunig oder er kanns einfach. Unterstellen wir ihm mal letzteres…wie dem auch sei, es ist einfach gelungen!

„This Dead-End World“ ist genau so wie sich der Titel anhört: Todtraurig und echt zum Heulen. Die melancholische Stimmung dieses Instrumentals ist wahnsinnig schön. Lediglich die Worte „there’s only one thing darker than our past, it’s our future“ kommen Sänger Manuel hier über die Lippen. Das Gewitter im Hintergrund tut sein Übriges.

Petriachor” reißt den Hörer jetzt wieder aus seiner Träumerei heraus. Vorbei mit der ruhigen Atmosphäre, aber dennoch ist es nicht minder schön. Ziemlich schwer sowas überhaupt zu sagen, aber das ist dann wohl mein Favorit.  Eine schöne Textstelle jagt die andere und die Stimmung des Vorgängers wird hier durch die musikalische Untermalung noch intensiviert.
„Petriachor“ ist übrigens das beste Beispiel für Songs von Path of Golconda: von Mal zu Mal hören entdeckt man immer wieder Neues und es gefällt immer besser. So zumindest bei mir, was auch dafür sorgt dass es selbst nach unzähligen Runden, die „destination:downfall“ in meinem CD-Player schon gedreht hat noch immer für Gänsehaut sorgt und berührt. 

„A Cannibal Crusade“ ist ein weiterer Rausreißer…die Stimmung ist nicht mehr so traurig und niederdrückend wie vorher. Wie ein Schlag vor den Kopf drescht der Song abwechslungsreich daher und wenn man grad das Gefühl hat man könnte durchatmen gibt’s nochmal so ne richtige Ladung hinterher… unvorhersehbar und auch hier wieder herausragender Gesang.

Den Bonus-Track „Devour Machine“ kennt man in anderen Versionen bereits von den vorherigen Veröffentlichungen der Oberhausener. Mich persönlich hat es vor Begeisterung irgendwie total geplättet und seit dem 15. Durchlauf aber seitdem ständig löst es bei mir Herzrasen aus. Sicher nicht unbedingt gesund, aber es lohnt sich dieses Risiko einzugehen. Ich lasse das einfach mal so stehen und empfehle einfach mal jedem sich das anzutun! Eine weitere gelungene Version!


Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass kennzeichnend für Path of Golconda ihre abwechslungsreiche, unvorhersehbare und mitreißende Musik, der wahrlich beeindruckende Gesang und die Liebe fürs Detail ist. Bei jedem Hören kann man etwas Neues entdecken, so dass es selbst nach unzähligen Durchgängen nicht langweilig wird.
Auch Liebhaber guter Lyrics werden an Path of Golconda sicherlich ihre Freude haben, auch wenn es nicht immer unbedingt leichte Kost ist. Endlich mal wieder Texte mit denen man sich gern etwas länger beschäftigt.
In diesem Sinne kann ich dieses Werk wirklich nur jedem ans Herz legen der ein wenig für Death/Thrash Metal übrig hat und darauf hoffen, dass es euch genauso gut gefällt wie mir und Lust auf mehr macht!