Tracklist:
1. Insania
2. Stigmata
3. Creeping Phobia
4. Phoenix
5. Exanimis
6. Crystal Piles of Mind
7. Slaves of Cruelty
8. Disclose my Abyss
9. Mortis
10. Nocturnal Requiem
11. Fading Light
12. Life is not eternal
13. Suffering's End
14. Black Angel (Bonustrack)

Review von:
Jochen

online seit:
05.11.2005

 

Oneiros - insania.exanimis.mortis

Ende 2004 legten die Gothic-Black-Metaller Oneiros aus dem Ruhrgebiet ihren Erstling vor und haben damit bei mir so eine Art Ohrwurm gelandet. Dazu muß man sagen, daß ich nicht wirklich Black Metaller bin... ich bin noch nicht mal richtiger Kohlenpötter. Aber zurück zu Oneiros. Der Titel sagt es: Die CD ist dreigeteilt. Die einzelnen Worte des Titels entsprechen kurzen Instrumentals, die so eine Art Überschrift über jeweils drei Stücke bilden. Den Abschluß bildet Suffering's End sowie ein Bonus-Track, so daß sich insgesamt 14 Stücke auf der CD befinden. Nun aber endlich zur Musik. Oneiros sind schon ein wenig außergewöhnlich: 8 Menschen treiben sich da auf der Bühne herum und bearbeiten neben dem üblichen Instrumentarium aus Gitarren, Bass und Schlagzeug eine Geige und Keyboards. Zwei Stimmen, eine weibliche und ein Grunzer sorgen für die Texte-Vermittlung.
 
Sofort auffällig: Die Musik ist nicht gitarren-orientiert. Trotz der zwei Gitarren bilden Keyboard und Geige den Schwerpunkt. Keyboarderin Katja versteht es sehr gut, Teppiche zu legen, aber auch, Melodien voranzutreiben. Violinistin Esther ist für die manchmal barocken Melodieführungen zuständig und gibt den ruhigeren Passagen eine fast
klassische Note. Die Gitarren bilden in erster Linie den üblichen Sound-Teppich. An den wenigen Stellen, an denen sie eine melodietragende Rolle haben, merkt man aber schon sehr deutlich, daß auch Alex und Peter ihr Handwerk beherrschen.
 
Über diesem schon recht komplexen musikalischen Geschehen schwebt häufig Kristinas Stimme, die sehr an frühe Theater Of Tragedy erinnert und wird oft zum Teil des Sound-Teppichs, was ich persönlich sehr schade finde. Wenn das so beabsichtigt ist, will ich nichts sagen, wenn nicht, dann sollten Oneiros versuchen, sie etwas mehr in den Vordergrund zu mischen. Frontschwein Björn grunzt und kreischt, daß es eine Freude ist. An einigen Stellen gibt es auch "zweistimmige" Passagen, also Stellen, an denen der Frauengesang durch Growls ergänzt wird. Leider viel zu wenige, ich mag diesen Gegensatz sehr gern.

Fehlen nur noch Bassist Daniel und der Schlagzeuger. Die CD wurde noch mit Ex-Schlagzeuger Patrick eingespielt, der sicher nichts zu wünschen übrig lässt. Der neue Schlagzeuger, Sascha, gefällt mir persönlich noch besser, ich habe das Gefühl, er ist genauer. Der Bass ist, wie bei allen Black Metallern, relativ unauffällig. Leider. Ich denke, ein paar tiefe Bässe täten der Musik sehr gut.

Überhaupt, die Musik. Das meiste spielt sich im Rahmen von mid-tempo Black Metal ab, diese Passagen werden immer wieder unterbrochen von barocken, ruhigen Passagen, oft mit Violinen-Melodien und weiblichem Gesang. Die Platte ist sehr dramatisch aufgebaut und verliert über ihre gesamte Spielzeit ihre Spannung nicht. Aber die große Instrumentierung und die hohe Dichte der Musik hat auch ihre Tücken: Oft wirkt das Ganze nicht mehr wie eine Soundwand, sondern wird leicht breiig. Auf der CD ist das recht selten der Fall, aber live ist die Gefahr groß... Dennoch ist insania.exanimis.mortis ein sehr spannendes, abwechslungsreiches Werk und ich höre sie seit Monaten immer wieder gerne. Der Preis von 8€ ist übrigens ein Schnäppchen für eine gepresste CD mit Booklet, Fotos und Texten...

Fazit: Oneiros sind auf jeden Fall den Preis ihrer CD Wert. Wenn sie in Eurer Nähe spielen: Hört sie Euch an!

Eigenproduktion im Selbstvertrieb 2004
Vertrieb über die Webseite:
http://www.oneiros.info
Preis: 8€