Review von:
Jochen

online seit:
05.11.2005

 

Freaks On The Roof: "The First One"

Nun, da mein Ressort bei Deymoth "Sonstiges" heißt, werd ich das mal ernst nehmen und in regelmäßigen Abständen die Prog-Szene ein bisschen durchsuchen. Der erste Versuch, Euch diese wahrscheinlich etwas gewöhnungsbedürftige Musik zu vermitteln ist das Demo der Freaks On The Roof aus Datteln. "Freak Pop" nennen sie ihre Musik. Prog-Rock mit ein paar Metaleinflüssen würde ich es nennen, aber auch poppiges ist nicht zu überhören.

Ich habe die Freaks bei einem Steel-meets-Steel - Konzert kennengelernt, wo sie vom Veranstalter offensichtlich als Kuriosum geführt wurden und... den Saal ziemlich abgeräumt haben! Trotz der eher partylastigen Musik von Season Of Flames und dem Hard-Rock von No Escape war das Publikum mehr als begeistert von den Freaks. Offenbar leidet die Band sehr unter dem "Bäumchen-Wechsel-Dich" - Syndrom, sie scheint Musiker zu verschleißen... So war bei dem hier vorliegenden Demo Oneiros-Schlagzeuger Sascha Schiller mit am Werk, verschiedene Bassisten werden genannt usw. Der harte Kern scheint aus Sänger Frank Bertelsbeck und Keyboarder Chris Grundmann zu bestehen.

Das Demo wird eröffnet mit "Journey", einem stark an frühe Dream Theater-Zeiten erinnernden Stück mit recht eingängigen Melodien und harten Rhythmen, die auch schon mal recht abrupt wechseln können. Der Sound ist geprägt von beinahe Orchester-Tutti-haften Gitarren- und Keyboard-Teppichen, über denen Sänger Frank mit sehr klarer und
sicherer Stimme sehr abwechslungsreiche und nicht unbedingt eingängige Melodien singt. Die Drum-Bass-Basis ist immer sehr dicht, der Bass trägt die Melodien stark mit und sorgt für ein sicheres Fundament. Das zweite Stück des Demos ist seit einiger Zeit ein Dauerbrenner in meinem CD-Player: Ground Zero ist eine Klavier-Gesangs-Ballade, die ich in der Form selten so gut gehört habe! Bei Beyond Infinity geht's dann wieder etwas härter zur Sache und Silent Ghost ist wieder eine akustische Ballade mit sehr schöner Gesangsmelodie und sehr sicheren Gitarren-Passagen. Bei "Tsnunami" geht's sehr progressiv zu, das Stück erinnert ein wenig an die frickeligen Stücke der guten Dream Theater-Phase.
 
Insgesamt ist das Demo sehr sehr hörenswert, auch wenn viele die Musik vielleicht als "Musiker-Musik" bezeichnen würden. Die Anleihen beim Metal sind gerade bei den Freaks nicht wirklich groß, aber das macht die CD nicht weniger hörenswert! Wer Interesse am Demo der Freaks hat und Probleme mit dem Kontakt, der möge sich an uns wenden, wir schicken ihm dann eine Post-Adresse.
Demo 2004 Eigenvertrieb: chrisgrundmann@yahoo.de