Tracklist:
Wesenheiten                Schattenkrieger
Lament
Blutritual
Wir zogen einst...
My Murdering Kind
814                                  Morgenstern
YAOS                              Hosenträger

Review von:
Sascha

online seit:
04.01.2008

 

Final Aphorism - Past And Future Concentrate

Ich kann gar nicht genau beschreiben, an wie viele Dinge mich „Final Aphorism“ mit ihren Album „past and future concentrate“ erinnert. Dennoch kommt mir alles sehr neu vor. Höchst interessant die Musik. Unglaublich, stellenweise kommt es mir vor, als wenn die letzte Kante aus dem sagenumwobenen Rad ausgeschlagen wurde. Innovativ ist es auf jeden Fall, es macht derben Spaß den Jungs zuzuhören. 
Ich versuch die Musik mal etwas zu beschreiben und glaubt mir, es ist nicht einfach. Eigentlich kann man sagen, es ist für jeden MetalFreak etwas dabei. Sie sind sau-melodisch, sehr eingängig und bieten immer wieder eine Überraschung die bei mir vom herzhaften Lachen bis hin zu Nackenbrechern alles geboten hat.  
Ja, hab ich da grad eine Maultrommel gehört? Zum ersten Mal scheint es mir, als wenn der Begriff „Melodic Metal“ endlich eine Daseinsberechtigung hat. Melodisch ist es auf alle Fälle und es ist Metal. Genauere Abgrenzungen sind mir leider nicht möglich, da die vielen verschiedenen Facetten einfach zu umfangreich sind und das macht diese Scheibe so interessant.
Ein weiterer Aspekt der mir sehr gut gefällt ist, dass die Scheibe sehr viel Freiraum für die eigene Fantasie lässt. Man könnte vor dieser tollen Musikwand wirklich jede Art von Gesang hinstellen und es würde passen. Die bisher beste Definition geben die fünf Musiker jedoch selber auf ihrer Homepage www.finalaphorism.com:

"Die 5-köpfige Truppe von Final Aphorism vereint kreatives Chaos mit experimentierfreudiger Basismasse und erzeugt daraus eingängigen Melodic Metal. Mit der notwendigen Portion Eigenironie sind sie offen für neue Einflüsse und so ist seit Neuestem auch eine Ziehharmonika auf der Bühne gesichtet worden."

Ich weiß gar nicht genau, wie viele Bands aus ganz unterschiedlichen Metal-Genres ich als Vergleich herbeiziehen wollte. Es hat alles nicht funktioniert. Wie immer hatte ich ja Befürchtungen, weil Silvia mir ganz gerne auch mal Black Metal Bands für Reviews aufs Augen drücken möchte.  So dachte ich beim Intro zunächst „Oh… Nargaroth professionell aufgenommen?“ Es kam mir (aber wirklich nur) für den Bruchteil einer Sekunde so vor als gäbe es eine Fortsetzung des Herbstleyd Intros.  Nach dem Intro kam mir der Gedanke, vielleicht haben sich Finntroll einfach nur die Kante so richtig gegeben und rocken midtempo-mäßig weiter. Neee… auch völlig daneben. Es ist wirklich sehr, sehr schwer und das macht die Scheibe zu einem Erlebnis.
Von den zehn durchweg echt gut gelungenen Songs mag ich besonders „Wir Zogen Einst…“ Maultrommel-Power :-) Wobei ich mich nicht wirklich entscheiden möchte, ob nicht doch „YAOS“ oder „My murdering kind“ zu meinen Favoriten gehören. Da haben sich fünf kreative Köpfe gefunden, die sich super ergänzen.
Eine winzige Kleinigkeit, die zwar nicht stört, aber das Ganze über meine persönliche 100% Marke hinausschießen würde: Der Gesang hätte von der Aufnahme her etwas fetter ausfallen können! Generell ist die Qualität sehr geil. So weit ich das als Laie beurteilen kann. Das ganze für 12€ ist eine gute Investition, da es sich nicht um Trendmusik handelt sondern definitiv Haltbarkeitswert hat. Zeitlos.
Weiterhin bleibt zu sagen, dass auf dem Album deutsch- wie auch englischsprachige Songs vertreten sind und eine Spielzeit von ca. 50 Minuten aufweist in denen es niemals langweilig wird. Ich hoffe, dass sich die fünf Wiener irgendwann mal livetechnisch in unsere Gefilde wagen. Das wird ein Fest!

Fazit: Ein in sich geschlossenes Metalsystem mit multikulturellen und multimetalischen Einflüssen die durchaus den Schädel an die Wand rocken können und den Hörer begeistern werden. Die Einflüsse ziehen sich grenzenlos durch Zeit und Raum. Hätte MidnightHeart ein Punktesystem - volle Punktzahl. Super gemacht!