Review von:
Jochen

online seit:
29.11.2006

 

Deus Inversus - The Downfall

System Shock / KMG

 

Drei Musiker, in Deutschland beheimatet, aber aus dem Ostblock stammend, alle drei mit wohlklingenden Namen in der Black/Death Metal - Szene, tun sich zu einer Band zusammen und produzieren ein Mini-Album, das in allen Punkten der Black/Death-Philosophie verhaftet bleibt, und doch anders ist. Anders sind die Texte, die einmal nicht vor dunklem Klischee-Pessimismus strotzen, sondern eher realistisch-düster sind und auch für nicht-Black-Metaller wie mich durchaus nachvollziehbar sind. Anders die Cover-Aufmachung, keine Schwertorgien in düsteren Nebelwäldern sondern eine surrealistisch anmutende Collage und drei einfache Fotos der Musiker. Anders auch die Musik, die sich ziemlich gleich einprägt und dennoch sehr abwechslungsreich und fast progressiv daherkommt. Deus Inversus vergessen ihre Wurzeln nicht, aber sind offensichtlich auch keine Puristen. Gleich das erste Stück "The Downfall" ist eine Reminiszenz an "Into Eternity" und ihre Black Metal-Wurzeln. Sänger / Bassist Dimitriy Levin singt zwar keine Zeile klar, aber sein Death-typischer Growl ist nicht langweilig oder hässlich (so empfinde ich viele Growl-Stimmen, sorry), obwohl er weit entfernt ist von einem warmen sonoren Tonfall. Aggressiv und spannend kommt er rüber. Die Gitarren (ja, es sind in jedem Stück mehrere) sind sehr melodisch und füllen das Spektrum sehr gut aus. Gitarrist Sergej Marulin ist sehr genau und hat ein Gespür für ungewöhnliche Melodien, was den Stücken der CD eben den progressiven Charakter gibt. Ein Highlight in dieser Hinsicht ist "Don't turn Away", das plötzlich in ein ruhiges, fast jazziges Mittelstück mündet, eine schöne und interessante Abwechslung. Über Schlagzeuger Evgeniy Shestopalov muss man nichts sagen: sehr genau und kraftvoll verrichtet er seine Arbeit, scheut auch nicht vor melodischen Breaks und gibt den manchmal doch recht verwirrenden Melodien eine Struktur.

Atemberaubende Breaks und Gitarren-Riffs, schwindelerregende rhythmische Strukturen, Blasts, die in rockigen Tom-Breaks auf dem Schlagzeug münden, komplexe Song-Strukturen... Eine Platte für Geniesser! Nach einiger Zeit mal wieder eine Platte des Death - Genres, die mir gut gefällt!