Review von:
Michael

online seit:
14.11.2006

 

Ahab - The Call Of The Wretched Sea

Napalm Records

 

Funeral Doom oder auch Doom/Death Metal aus Deutschland ist immer noch eine Seltenheit. Mir sind was diese Bereiche betrifft eigentlich nur noch die Hamburger Doom/Deather Ophis und die mittlerweile nach Deutschland übergesiedelten, und teilweise in deutscher Besetzung spielenden Finnen My Shameful bekannt. Und ich muss sagen, die Jungs machen ihre Sache auf ihrem Erstlingswerk nicht schlecht und brauchen sich nicht im Geringsten hinter Szenegrößen wie Skepticism oder Evoken zu verstecken, wenngleich die drei Süddeutschen, doch etwas melodiöser als ihre oben erwähnten Kollegen zu Werke gehen. Textlich hebt man sich ebenfalls vom Großteil der Szene ab, da man sich Herman Melvilles Werk „Moby Dick“ gewidmet hat. Ahab schaffen es mit ihrer Musik perfekt die düstere und hoffnungslose Stimmung dieses Werkes, die im weiteren Verlauf des Albums immer bedrohlicher und bedrückender wird, umzusetzen. Überhaupt wirkt die Musik der Band  fast schon bildlich auf mich. Gestaltet sich der erste Song „Below The Sun“ noch als vergleichsweise hoffnungsvoll und sehnsüchtig, so ändert sich dies recht rasch und bei Songs wie „Old Thunder“  oder auch „The Sermon“ scheint alle Hoffnung verloren.

Die Songs des Albums bewegen sich, wie so oft in diesem Genrebereich kaum unterhalb der 10 Minutengrenze, wirken aber trotzdem nie langatmig, da Ahab es verstehen Spannungsbögen aufzubauen. Produziert wurde das Album ebenfalls sehr druckvoll. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie die Band sich weiterentwickelt und hoffe, dass die Herren noch ein paar weitere Alben dieses Kaliebers rausbringen.