Heavy Night at Wartburg Pt. II
oder
“Wir brauchen mehr Schub!”



10:45
Jochen und Tim fahren, nachdem sie aus dem Bett gekrabbelt sind, nach Voerde zum Verleiher, um das gemietete Equipment abzuholen. Unterwegs treffen wir uns mit Alex und Katharina (“Käsrin”).Wir wurden freudig von dem hiesigen (aber keinesfalls riesigen) Wachhund begrüsst.
Nachdem alles verladen und unterschrieben ist (und nach dem obligarorischen Plausch mit dem Chef), geht es los Richtung Castrop. 

12:30
Ankunft in der “Wartburg” bei strahlendem Sonnenschein. Die STEAMROCK– Leute sind bereits da und haben einige Gerätschaften bereits ausgeladen. Nachdem ca. eine halbe Tonne Equipment auf und vor der Bühne in Position gebracht und diverse Kabeleien (“Hat mal einer nen XLR Gender-Changer?!”) organisiert sind, geht es ans Strippenziehen.

15:00
Die PA steht mittlerweile. In der Zwischenzeit sind auch die meisten Angehörigen von ALEATORY und Schmauchs – verzeihung, GODS DEVICE eingetroffen. Der Aufbau des Schlagzeugs bereitet noch einige Probleme, da einige der erforderlichen Scharauben, von denen STEAMROCK´s Micha der festen Überzeugung war, sie mitgenommen zu haben, offenbar beschlossen hatten, der Veranstaltung fern zu bleiben. Der örtliche Baumarkt sollte hier der Retter in der Not werden. Dass Schlagzeuge gern auf Wanderschaft gehen, ist den meisten bekannt – so auch Uwe, dem Wirt, der von irgendwo her eine grosse Gummimatte organisiert hatte, auf der das Schlagwerk Platz finden sollte.

Das Wetter hatte sich inzwischen merklich verschlechtert; erste Regentropfen fielen. Berichte aus anderen Städten verhiessen nichts Gutes, herrschte doch scheinbar dort “landunter”. Bei einigen Leuten begann das Wetter auf die Stimmung zu schlagen – so auch beim Autor dieser Zeilen. ;-)

Aber es half alles nichts – für einen Umzug nach drinnen war es nun zu spät.

Dass inzwischen die ersten Biere geflossen sind, versteht sich von selbst – oder 

16:00
Season of Flames sind mittlerweile komplett, nachdem Tim Markus (im weiteren Verlauf des Abends “Markus McMetal” genannt) den Schlagwerker am Münsterplatz eingesammelt hat. Dort war er, Bogestra sei dank, hängen geblieben, sodass sich seine Anknuft mit dem ÖPNV in der Wartbug rapide verzögert hätte.

Aber, Ende gut, alles gut – pünktlich zum Soundcheck waren alle vollzählig angetreten. Der erste Soundcheck mit SEASON OF FLAMES verlief problemlos. Hernach sollten sich eigentlich ALEATORY in Stimmung bringen- seltsamerweise jedoch waren bis auf Jens plötzlich alle verschwunden. Die Lösung war einfach: es fehlten berufsbedingt noch einige Bandmitglieder, die noch zum Veranstaltungsort gebracht werden mussten.

Aber man ist ja flexibel: kurzerhand sprangen STEAMROCK ein, dann waren ALEATORY wieder vollzählig und konnten sich einstimmen. Den Abschluss beim Soundcheck machten dann GODS DEVICE.
Mittlerweile regnete es wieder.

Kurzzeitig machte sich Unsicherheit im puncto Beleuchtung breit, da bis dato noch keine einzige Lampe zur Illuminierung der Bühne bei Dunkelheit montiert war. Doch es gibt kein Beleuchtungsproblem, das sich nicht mittels 30 Meter Lichtschlauch und einer langen Leiter lösen liesse.

18:00
Die ersten Gäste schlagen in der Wartburg ein. Der Himmel hat sich zwischenzeitlich wieder aufgeklart, was aber nicht von langer Dauer sein sollte. Am Bierwagen herrschte grosses ein grosses Hallo – und das Bier floss in Strömen, trotz des eher verhaltenen Wetters. Bei einigen der Anwesenden kam ein wenig Wacken-Feeling auf.

18:45
GODS DEVICE eröffneten – nach einer kurzen Begrüssung - den Reigen der Melodien. In gewohnter Manier kamen altbekannte und -bewährte Weisen wie “Wings of Destiny”, die einige der Stammzuschauer zu eifrigem Mitsingen anregten, zum Votrag. Hatte man sich doch an einigen Stellen “verbimmelt”, so fiel es nicht weiter auf – die trotz des Wetters ausgezeichnete Stimmung machte alles wieder wett.
Nach GODS DEVICE und einer kleineren Umbaupause enterten ALEATORY die Bühne. In gewohnt professioneller Manier spielten die Bochumer ihr Programm, das seit der ersten “Heavy Night” um einige Stücke bereichert worden war. Sie haben sich anscheinend den Vorwurf “doch nur Punk zu spielen”, zu Herzen genommen und machten mit einigen ihrer neueren Nummern klar, dass die durchaus “metallische” Absichten haben. Kompliment dafür an dieser Stelle.

Nachdem ALEATORY nach ihrer Zugabe in Form eines Judas Priest-Covers ihren Auftritt beendet hatten, waren STEAMROCK an der Reihe. Obwohl noch keines der Bandmitglieder das 18. Lebensjahr vollendet hat, gehen sie doch sehr professionell zu Werke. Nicht zuletzt geht die Geburt der “Heavy Night @ Wartburg” auf ihr Konto. Mittlerweile regnet es in Strömen, sodass Uwe immer wieder zwischen zwei Songs auf die Bühne kommt, um die über Kopf aufgespannte Plane zu entwässern. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch.

Schliesslich war es soweit: SEASON OF FLAMES entern die Bühne. Mit Tim, dem neuem Sänger im Gepäck, der bei diesem Konzert sein Debüt geben sollte.

Doch gleich nach dem ersten Lied passierte es: die ersten Akkorde des zweiten Songs waren gerade angeschlagen, als plötzlich nichts mehr ging: Stromausfall auf der Bühne. Alle Verstärker waren ausgefallen. Verunsicherung sowohl auf als auch vor der Bühne und Rästelraten, was denn die Ursache sein könnte – zunächst ohne Erfolg. Markus liess indes seiner Kreativität freien Lauf und gab einige Drumsoli zum Besten, auch einige altbekannte Weisen aus dem Bereich Metal wurden, durch Markus unterstützt, vom Publikum a capella gesungen. Unter anderem “Raining Blood” und “Run to the Hills”. Doch wie immer rettete Uwe die Situation: als Übeläter war eine durchgeschmorte Kabeltrommel identifiziert und nachdem diese ausgetauscht war, konnte es weiter gehen. Zu Anfang sichtlich nervös, später aber doch mehr und mehr auftauend bestritt Tim das Programm. Auch SEASON OF FLAMES sind nicht vor dem “verbimmeln” gefeit – aber hier darf man getrost den Schrecken und die Nervosität aufgrund des Stromausfalls als Entschuldigung anführen.

Dies war nicht nur das erste Konzert des neuen Sängers, sondern an diesem Abend sollte auch der alte Sänger noch einmal im Rampenlicht stehen; so gab Seppo noch einmal Manilla Road`s “Necropolis” zum Besten, wie es auf SoF-Konzerten immer guter Brauch gewesen war, danach einen weiteren Song aus dem Repertoire der Band und schliesslich Seppo und Tim, gemeinsam am Mikrofon mit “Soultraders” und dem (ebenfalls zur Tradition gewordenen) Cover von “Blitzkrieg Bop”.
 
Nachdem die letzten Töne verklungen waren, gaben sich die Mitglieder aller Bands auf der Bühne ein Stelldichein um gemeinsam zu musizieren:
“Blitzkrieg Bop” und “Breaking the Law” wurden von allen noch einmal performt und alle hatten ihren Spass dabei: Seppo ging auf Tuchfühlung mit dem Publikum, Tim gab am Bühnenrand alles, Jens turnte durch das Gerüst, das die Bühne umgab, ein Zuschauer aus dem Publikum hatte sich einer Gitarre bemächtigt und begleitete das Ganze und die Übrigen schüttelten die Matten, was das Zeug hielt. 
Die Stimmung im Publikum war absolut super, was sicher nicht zuletzt daran lag, dass es mittlerweile zu regnen aufgehört hatte. Pünktlich um 23:00 verklang der letzte Akkord und allgemeines Feiern hob an. 
An dieser Stelle sei noch einmal Uwe, dem Wirt der Wartburg ein besonderer Dank ausgesprochen; er hat immer alles irgendwie noch zum Besten gewendet, er konnte immer alles Besorgen, was gerade gebraucht wurde und er war dabei immer die Ruhe selbst. Ohne ihn wären wir nicht nur im Regen untergegangen, sondern hätten auch am Ende ohne Strom da gestanden. Ausserdem hat er immer dafür gesorgt, dass wir nicht “auf dem Trockenen” sassen – zumindest, was Getränke anging.  
Gedankt sei auch den über 100 Zuschauern, die trotz schlechten Wetters ausgeharrt und die so geholfen haben, den Abend zu einem Erfolg zu machen.

 

05.11.2005 von Tim

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