Destroyed World Fest-Evil 2, 07.10.2006 in der Schützenhalle Meschede-Olpe

 

 

Mit fünf Bands und ca. 250 Besuchern startete im vergangenen Jahr das erste Mal das Destroyed World-Festival in Meschede-Olpe. Aufgrund der positiven Resonanz entschloss man sich, das Festival in diesem Jahr zu wiederholen.

Am 07. Oktober 2006 war es dann endlich soweit: Acht Bands sollten für eine gelungene zweite Runde sorgen.

 

Los ging’s gegen 17.20 Uhr mit Escart. Die sechs Herren aus Iserlohn und Umgebung absolvierten auf dem Festival ihren ersten Livegig in dieser Besetzung. Dafür muss man sagen, dass sie schon ordentlich gerockt haben und das (leider wohl aufgrund der Zeit noch etwas spärlich anwesende) Publikum überzeugen konnten.

Der Auftritt von Escart wurde übrigens mitgeschnitten und kann auf der Homepage der Band (www.escart.de) komplett runtergeladen werden. Viel Spaß damit!

 

Path of Golconda aus Oberhausen haben im Gegensatz zu Escart schon einige Gigs mehr auf dem Buckel. Mittlerweile hatte sich bereits eine beträchtliche Menge an Zuschauern vor der Bühne angesammelt und es dauerte nicht allzu lange bis Publikum und Band warm wurden und ersteres in ekstatisches Moshen verfiel. Während die Stimmung immer besser wurde spielten Path of Golconda neben einigen Songs des aktuellen Albums „The Threshold Diaries“ auch das altbewährte „A Cannibal Crusade“ vom Vorgängeralbum „destination:downfall“, welches sicherlich zu den Publikumslieblingen gehörte. Meiner Meinung nach war die Stimmung im Publikum bei Path of Golconda für diesen Abend schon auf dem absoluten Höhepunkt. Ein weiterer gelungener Auftritt in der Geschichte der Band; auf dass noch viele folgen mögen!!

 

Nach einer etwas längeren Umbaupause betraten Lyfthrasyr die Bühne und boten dem Publikum klassisch angehauchten Melodic Black Metal im Stile älterer Dimmu Borgir oder Old Man’s Child. Das ganze wurde mit einer sehr stimmungsvollen Lichtshow untermalt. Der Sound der Band war anfangs etwas verwaschen, besserte sich aber im Laufe des Sets. Die Keyboards hätte man jedoch ruhig noch ein wenig in den Hintergrund mischen können. Leider traf die Band mit ihrem Sound und den teilweise fließenden Übergängen zwischen den Stücken wohl nicht ganz den Nerv des Publikums, was vielleicht auch an der kaum vorhandenen Kommunikation zwischen Band und Publikum lag. Dennoch, mir hat’s gefallen und gepost wurde, wenn auch nicht oft, für Black Metal Verhältnisse ebenfalls recht ordentlich.

 

Paragon boten dem Publikum dann im Anschluss eine grundsolide Power Metal-Show und die fünf Herren auf der Bühne gaben, trotz ihres schon etwas gesetzteren Alters, mächtig Gas und bewiesen den Anwesenden mit ihrem teils recht hymnischen Sound, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Das Publikum dankte es der Band, indem es die Songs mitgrölte und bangte als wäre es vom Teufel besessen. Auch mich konnte die Band mit ihren vereinzelt etwas doomigen und ab und an leicht orientalisch beeinflussten Songs beeindrucken.

 

Als nächstes gab’s dann Thrash aus’m Pott. McDeath  aus Dortmund baten zum Tanz und das Publikum tanzte, moshte und bangte wie wild zu dem überaus abwechslungsreichen, wohl von Sodom, Kreator und einigen Bay Area Bands beeinflussten Thrash Metal der vier Herren. Die Band gab auf der Bühne ebenfalls alles und bangte sich ins Nirvana. Der Sound war auch erste Sahne. Guter Auftritt!

 

Nun war Partytime, denn Gun Barrel betraten die Bühne. Mit ihrem leicht Motörhead-lastigem Rock’n Roll trafen die Jungs genau den Nerv des mittlerweile doch merklich angetrunkenen Publikums. Ihr „Battle-Tested“ gehörte sicherlich zu den Highlights des Abends. Die Band rockte wie Sau und auch auf der Bühne ging mächtig die Post ab, der Sound war ebenfalls okay. Rock on!

 

Danach war ich dann gespannt ob Debauchery mit ihrem Six Feet Under-lastigen Death Metal das Stimmungslevel halten konnten. Sie konnten; das Publikum schien trotz der vielen hervorragenden Bands immer noch nicht müde zu sein. Die Band präsentierte sich wie immer ganz in rot und auch im Publikum konnte man einige frisch von der Schlachtbank geflohene und in rot getünchte Gestalten ausmachen. Songs wie „ Blood for the Bloodgod “ welches im Zugabeteil noch mal gespielt wurde, oder der Frauenversteher Song „ Chainsaw Masturbation “ wurden vom Publikum lauthals mitgegrölt. Des Weiteren präsentierte die Band einen neuen Song. Im Zugabenteil gab’s neben dem bereits oben erwähnten Song auch noch eine Coverversion des AC/DC Hits „ Highway to Hell “.

 

Für die Aftershowparty konnte die Wacken-Forums-Cover-Band Victims of Madness gewonnen werden. Bereits seit 2002 sorgen die Musiker bei ihren Auftritten mit ihren Coverversionen von metallischen „Gassenhauern“ immer wieder für gute Laune im Publikum.

Für den Gig in Meschede-Olpe standen u.a. Songs von Metallica, Hypocrisy, Iron Maiden und Twisted Sister auf dem Programm. Da die Victims of Madness keine feste Band ist, sondern sich mehrere Musiker abwechseln, ließen es sich auch einige der Mitwirkenden an diesem Festivaltag nicht nehmen den einen oder anderen Song mitzuspielen.

 

 

Bereits im letzten Jahr hatten die Veranstalter Überlegungen angestellt, einen Teil des Erlöses aus dem Festival für einen guten Zweck zu spenden. Aber wie das nun leider so oft ist, schrieb man keine schwarzen Zahlen. Um dies in diesem Jahr zu umgehen wurde bereits frühzeitig ein Spendenaufruf gestartet. Mit etwa 250 gespendeten Preisen für eine Tombola konnten bisher 400 € eingenommen werden, die in Kürze dem Kinderhospiz Balthasar in Olpe zukommen werden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle, die sich irgendwie an der Tombola beteiligt haben!

 

Abschließend kann man also sagen, dass das diesjährige Destroyed World rundum ein gelungenes Festival war, das mit vielen guten Bands und einem wirklich angemessenen Preis einiges zu bieten hatte. Wir hoffen, ihr hattet genauso viel Spaß wie wir!

Nach diesem Erfolg und den wirklich zahlreichen positiven Rückmeldungen während und nach dem Festival ließ Veranstalter Andre Schulte bereits verlauten, dass es im nächsten Jahr möglicherweise eine dritte Runde des Destroyed World geben könnte.

Also drückt die Daumen! Bis nächstes Jahr!!

 

Alle Bilder von uns gibt’s hier!



16.10.2006 von Michael und Silvia