Interview mit The Eternal Pain

In der Black Metal Szene hat man es nicht einfach. Erst recht nicht als Ein-Mann-Projekt. Immer wieder muss man sich fragen nach der politischen Gesinnung gefallen lassen und warum dies oder jenes getan und gemacht wurde. Stets ist man in einem Rechtfertigungszwang und dabei dürfen sich noch so kleine Details nicht widersprechen. Der "Untrue - Stempel" fällt in heutigen Zeiten besonders schnell. Gut, dass man sich dann nicht noch mit Bandkollegen streiten muss. Ich sag`s ja: "Allein ist eben doch am schönsten!"

Ist "The Eternal Pain" dein erstes Projekt oder warst du früher bereits in
einer Band?

Ich hatte schon früher eine „Art“ Band. Diese war jedoch sehr zusammen gewürfelt, was demnach in totaler Interessensdivergenz endete. Jeder stammte aus einer anderen Musik-Art und wollte sein eigenes Ding durchziehen, was zu regelmäßigen Diskussionen führte und ein Schreiben von eigenen Stücken unmöglich machte. Auch unsere Einstellungen gingen zu weit auseinander. Hinzu kommt, dass alle mehr Hobbymusiker waren und den, für mich nötigen Ernst vermissen ließen. Der Entschluss dort auszusteigen und was vollkommen anderes zu machen, stand schnell fest. Ein Projekt, in dem auch extremere Meinungen und Gedankenansätze ohne fremden Einfluss verarbeitet werden konnten. So entstand „ The Eternal Pain“.

Worüber handeln deine Texte und woher nimmst du die Inspiration?

Meine Texte handeln von Natur, Menschenverachtung, Heidentum, Gesellschaftsentwicklung, Evolution, Religionskritik und anderen Dingen.  Ich versuche durch die Texte die wenigen anzusprechen, die das selbstständige Denken nicht vollkommen verlernt haben. 

Meine Inspiration beziehe ich aus Situationen des täglichen Lebens, wie zum Beispiel langen Wanderungen durch unsere Wälder und Felder, so wie auch durch Bücher, die es schaffen einen bleibenden Eindruck bei mir zu hinterlassen. Generell ist es aber der dumpfe Schmerz, den ich permanent spüre, wenn ich auf diese Welt schaue und immer wieder neue Dinge realisiere, die falsch laufen. Die fortschreitende Zerstörung der Natur, sowie Propagierung von verlogenen Idealen führt bei mir zu tiefer Abscheu. Dies ist auch der Grund für die Namenswahl meines Projektes.

Warum ein Ein-Mann Projekt? Bekanntlich ist es ein zweischneidiges Schwert, denn zum einen muss man keine Kompromisse schließen aber zum anderen sollte man auch alle nötigen Instrumente beherrschen. Wäre es nicht einfacher in einer Band zu spielen?

Natürlich wäre es, wenn man es nur von der technischen Seite betrachtet, einfacher in einer Band zu spielen. So müsste man nur sein Instrument beherrschen. Wie jedoch eben gesagt habe ich aus meinen Erfahrungen gelernt und bin nun in der Lage, meine Gedanken ohne jeden fremden Einfluss umzusetzen. Im Moment stellt auch nur das Schlagzeug ein wirkliches Problem dar, da  ich aufgrund der Lautstärke derzeit keine Möglichkeit habe ein solches aufzustellen und regelmäßig zu proben. Ich fand eine Notlösung in einem Drum-Computer, was auf Dauer recht unbefriedigend ist, jedoch für den Moment vollkommen ausreicht.

Ich kenne derzeit leider nur den Song "Vaterland" welcher dir meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Wie viele Songs hast du noch in Planung bzw. sind fertig?

Derzeit sind vier Stücke fertig gestellt: „Vaterland“, „The Black Chamber“,“ Der Weg des ewigen Leidens“ und „Der Glanz längst vergangener Tage“. Es folgen noch „Schleichender Schimmel“ an welchem ich im Moment arbeite und „Ewiger Hass“, welches erst in groben Riffs existiert. Des Weiteren plane ich einen angemessenen Einklang, bzw. Ausklang.

Was kommt als nächstes?

Als nächstes werde ich mich um eine gute Aufnahme bemühen und hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit Runenzauber Produktionen.

Du benutzt heidnische Runen die auch gerne von Nationalsozialisten ge- bzw. missbraucht werden. Kann man da eher parallelen zu deiner Politischen Gesinnung ziehen oder eher zu deinen Religiösen Neigungen.

Zunächst einmal möchte ich mich von stumpfem Hitlertum distanzieren. Diese Runen existieren schon weit länger als das Dritte Reich. Es sind heidnische Zeichen und ich verwende sie, da ich die Lebensart, die zu jener Zeit vorherrschend war, bewundere. Des Weiteren sind es Zeichen unserer Ahnen. Ich finde es sehr wichtig, dass wir unsere Kultur nicht vergessen. Wir sollten wissen wo unsere Wurzeln liegen und mit Achtung darauf zurückblicken. Es ist für mich nicht akzeptabel, diese einfach zu vergessen und sich den heutigen Kulturverlust einfach geschlagen zu geben. Durch die permanente Ein- und Auswanderung zwischen den Ländern kommt es zu einem Verlust der einzelnen Kulturen, und zu der Entstehung einer multikulturellen Gesellschaft. Des Weiteren herrscht auch ein breites Desinteresse an alter Geschichte, dem Ursprung unserer Völker und deren Lebensweise. Die Kombination aus Beidem führt dazu, dass keiner mehr etwas darüber weiß, und es folglich keinen mehr interessiert, was damals war. Und genau aus diesem Grund verwende ich die Runen, um zu verdeutlichen, dass mir etwas daran liegt.

Gehört deiner Meinung nach Politik in die Musik oder sollte es, wenn überhaupt, nur Nebensache sein?

Eine schwierige Frage, da ich denke, dass in jeder Musik auch die politischen Einstellungen der Künstler mitschwingen, bei dem Einen mehr, bei dem Anderen weniger. Es lässt sich ja fast jeder Grundgedanke auch in der Politik wieder finden. Ich lehne es jedoch ab, die Musik als Mittel zum Zweck zu missbrauchen. Musik ist eine Kunstform, welche es wie keine Andere vermag, Emotionen zu erschaffen und zu fördern. Sie sollte im Vordergrund stehen. Wenn jemand nur Werbung für eine Partei oder Ähnliches machen will, täte er besser daran einen Text zu verfassen und diesen an die passende Zielgruppe auszuhändigen. Musik vermag Gefühle besser auszudrücken, als jeder Text, Musik sind vertonte Gefühle, und mit diesem Gedanken sollte man auch an die Sache heran gehen. Ich sehe meine Musik als unpolitisch an.

Black Metal ist in erster Linie für Außenstehende eine Musikform. Ist das auch deine Sichtweise oder verbindest du mehr mit Black Metal?

Natürlich ist Black Metal für Außenstehende nur eine Musikform, dazu noch eine abstoßende, und das ist auch gut so, da sie nicht für die breite Masse bestimmt ist. Für mich ist Black Metal jedoch mehr, als nur eine Musikform. Es ist für mich eine Einstellung, die ich versuche zu leben, mit der ich mich identifizieren kann und aus der ich Kraft schöpfe. Black Metal besitzt etwas Raues, Ursprüngliches und mystisches, was ihn einzigartig und faszinierend macht. Allerdings bin ich der Meinung, dass es den ursprünglichen Black Metal wie er einst in Norwegen entstand, schon lange nicht mehr gibt, weshalb man auch nicht so leichtfertig mit dem Begriff Black Metal herumschmeißen sollte wie es heutzutage ja leider getan wird.. An seine Stelle ist eine neue Form des Black Metals getreten, welche sich von purem Satanismus abwendet und sich vielschichtiger aufgliedert. Aspekte wie Heidentum und Naturverbundenheit kommen mehr zur Geltung, was ich nur gut heißen kann, da ich mich auch mehr in diesem Bereich sehe, wobei der antichristliche bzw. antireligiöse Aspekt nie ganz fehlen sollte, da er das Herzstück des Black Metal ausmacht.

Als Fazit möchte ich also sagen, dass Black Metal viel mehr als nur eine reine Musikform ist, und es auch für alle, die sich dieser Musik verschreiben haben, sein sollte.

Sag noch etwas in eigener Sache!

Zunächst einmal vielen Dank für dein Interesse an „The Eternal Pain“.

Gruß an alle, die die Fahne des Black Metal weiter hochhalten !!! - Damit sollten sich weder die ganzen 14 jährigen Pissblagen angesprochen fühlen, die mit angemalter Fresse auf Cradle Konzerten herumspringen und danach wieder Viva glotzen,  noch die Personen, welche diese Musik zu kommerziellen Zwecken ausschlachten aber mit ihren Werten nichts anfangen können !!!

Sascha