Interview mit Sprengsatz

Nachdem wir euch vor kurzem die Band Sprengsatz vorgestellt haben, wollen wir es nicht versäumen, euch gleich noch ein Interview mit den Jungs aufzutischen. Dafür haben sich Alex, Knoppek und Posti die Finger wund getippt, die Köpfe zermartert und standen mir Rede und Antwort:

Fangen wir mit etwas ganz einfachem an: wie geht’s euch im Moment?
Alle:
Gut

Es war lange Zeit ruhig um euch. Was habt ihr die letzte Zeit so getrieben?

Wir haben dieses Jahr erst ein Konzert gemacht, das war bei Kella auf seinem Geburtstag, der ist ein großer Fan von uns. Es war ein lustiger Abend: acht Bands spielten und es waren so 250 Leute aus ganz Deutschland, Luxemburg und der Schweiz da.

Das klingt nach Full House.

Da das ganze in einem kleinen Kaff stattfand und nachts keine Busse mehr fuhren, mussten ca. 60-80 Leute bei Kella zu Hause pennen, teilweise im Stehen, oder einige, wie z.B. Knoppek, haben durchgemacht. Alex und Posti hatten mehr Glück die durften zu fünft in Kella`s Bett pennen.
Ansonsten fangen wir gerade an, neue Songs zu machen.

Wie seid ihr zur Musik gekommen und wie lange macht ihr das schon?
Alex:
Durch selber Musik hören. Selber spiele ich seit 1992 Gitarre, seit 1996 Bass.
Knoppek:
Durch Musik hören und auf Konzerte gehen. Gitarre spiele ich seit 1991/92.
Posti:
Schlagzeug spielen wollte ich schon seit dem ich 10 bin, hab aber erst 1995 damit angefangen.

Habt ihr auch in anderen Bands gespielt oder seid zurzeit in einer aktiv?
Alex:
Attacke, Brandzeichen und die ganze Zeit seit 1993 Sprengsatz.
Knoppek:
Rattfink, Brandzeichen, ein Jahr lang und zwar 2002/03, und da bin ich stolz drauf, bei Dukes Of The Mist... und irgendwann bei AC/DC.
Posti:
Five Fohlen, Restposten (spätere Stock`s) und seit 2001 bei Sprengsatz. Der einzige der jetzt noch bei einer anderen Band spielt ist Cedo, nämlich bei Cetor.

Seit wann seid ihr in der jetzigen Besetzung?

Posti, Cedo, Alex und Knoppek spielen seit 2001 zusammen, und Pümpel kam Mitte 2004 dazu.

Wie habt ihr euch kennen gelernt?

Weil Alex beim Schwarzfahren erwischt wurde, musste er Anfang der 90er Sozialstunden bei der AWO machen. Knoppek war dort gerade Zivi und hat ihn immer mitgenommen.

Posti:
Beim „Rock gegen Regen“ hab ich Klaudia (damals Freundin von Alex) kennen gelernt. Die wollten an der Theke dem Sohn von Klaudia keine Getränke geben. Da haben Klaudia und ich uns eingemischt und der Sohn hat die Getränke bekommen. So durfte ich zur Belohnung bei Sprengsatz spielen.
Aber wir brauchten noch einen Sänger und ich hab Cedo gefragt, den ich vom Wünnstock kannte. Er war dort Türsteher und hat mich nie rausgeschmissen, auch wenn ich mich noch so schlecht benommen hatte. Als Basser kam Pümpel noch dazu, der früher mit mir bei den Five Fohlen gespielt hat.

Wer sind eure musikalischen Vorbilder?

Knoppek:
Motörhead, Dead Kennedeys, Slayer und Maiden
Alex:
S.O.D.   D.R.I.
Posti:
Ramones

Was hört ihr privat für Musik?
Knoppek:
Alles was rockt und bebt, ich bin da flexibel.
Posti:
Peter Kraus, Heinz Erhardt und die Schlümpfe.

Punk wird meistens sofort mit Anarchie verbunden. Was bedeutet für euch Anarchie? Lebt ihr danach?

Anarchie ist auf diesem Planeten nicht möglich, da es zu viele Idioten gibt die aus diesem Zustand eine Welt schaffen würden, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Und das wollen wir nicht! Allerdings sollte man sich in diesem Staat nicht alles gefallen lassen und jeder sollte versuchen so zu leben, wie er es möchte. Da kann es schon sein das man hin und wieder irgendwo aneckt.

Ihr singt „Arbeit ist Scheiße“. Arbeitet ihr? Und wenn ja: was?

Ja, wir arbeiten. Das Lied soll ja nicht auffordern mit dem Arbeiten aufzuhören. Es drückt aus, dass Arbeit einfach Scheiße ist für die breite arbeitende Masse. Wer kann denn heute noch seinen Traum vom Beruf erfüllen? Bei uns arbeiten die Bandmitglieder auf dem Bau, beim Bühnenaufbau, als Schlosser in der Fabrik und als Erzieher. Aber jeder von uns war schon mal eine gewisse Zeit arbeitslos und weiß, was das für Vor- oder Nachteile hat.

Eure Themen sind teilweise sehr ernst. Seht ihr das auch so oder ist das alles mehr Spaß für euch?

Die Themen, die in den Liedern angesprochen werden, meinen wir natürlich ernst. Aber wir benutzen dafür eine drastische Sprache. In dem Lied Bonzen wird ein Bonze an die “Wand gestellt“, das ist mehr als Anprangerung gemeint als wörtlich. Man sollte sich schon mit unseren Texten auseinandersetzen, um zu verstehen, wie sie gemeint sind.

Welche Bedeutung hat „HIV“ für euch? Was wollt ihr mit diesem Song ausdrücken?

In dem Lied geht es um AIDS, und es zeigt was passieren kann wenn kein Gummi benutzt wird. Es heißt aber nicht, dass wir auch in jeder Situation darauf achten, und da vorbildlich sind.

Gibt es bedeutende Unterschiede zwischen „Jetzt seid ihr dran“ und „Sagen was wahr ist“? 

„Jetzt seid ihr dran“ war mehr eine Deutschpunk-Platte, während bei „Sagen was wahr ist“ mehr Metal-Einflüsse zu hören sind. Außerdem sind bei unserer zweiten Platte zwei Gitarren zu hören anstatt eine. Und wir waren in einem professionelleren Tonstudio als beim ersten Album.

Mit wem würdet ihr gerne mal zusammen ein Konzert geben?

Social Distortion, Slime und natürlich wieder mit GBH, mit denen wir letzten Winter gespielt haben. Und Knoppek würde natürlich mit AC/DC spielen.

Was plant ihr für die Zukunft? Bekommt man euch demnächst wieder zu sehen?

Am 20.04 in der Kulturwerkstatt zusammen mit der Sondaschule. Und wir arbeiten an neuen Liedern... 

Habt ihr noch ein paar abschließende Worte?

Schade, dass das Interview per Mail gemacht wurde. Wir hätten dich gerne persönlich kennen gelernt.

(Das werden wir auf jeden Fall nachholen! Anm. d. Red.)

24.03.2006 von Fylgja

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