Interview mit Solar Fragment

Bushido klaut von Dimmu Borgir und Chakuza von Children of Bodom. Irgendwie witzig oder? ☺

Marc: Wenn er's selbst nicht kann…

Manuel: Wobei ich zugeben muss, dass so etwas leicht passieren kann. Ganz ehrlich, wer glaubt schon, dass Bushido Dimmu Borgir kennt… das kann tatsächlich auch Zufall sein. Musik besteht nun einmal nur aus 12 Tönen.

Seit Mitte 2004 gibt es Euch. Seitdem kam eine Demo in Eigenproduktion und 2007 das erste Album "A Spark Of Deity". Was bedeutet der Name des Albums? Steckt ein Konzept dahinter?

Marc: "Der Funke Göttlichkeit" ist eigentlich eher symbolisch gedacht und soll ein bisschen auf die "innere Flamme" hinweisen, die ja eigentlich in jedem Lebewesen brennt und es voran treibt! Wir hatten schon sehr früh in der Produktion der CD dieses Bild vor Augen, jemand, der das Feuer in die trostlose Welt trägt.

Ich find es schon eine gute Leistung, direkt mit dem ersten Album auch ein Vertrag zu unterzeichnen. In dem Fall "Sleaszy Rider Records" Wie seid ihr da bloß rangekommen?

Marc: Wir haben ein gutes Management und unsere Managerin Kyra hat alles dran getan, uns unter Dach und Fach zu bekommen.

Um ehrlich zu sein, habe ich nie etwas von Sleaszy Rider Records gehört. Als ich auf deren Seite war, konnte ich feststellen, dass dort jede Menge Bands unter Vertrag sind. Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Label?

Marc: Naja, durch die räumliche Trennung Deutschland/Griechenland ist das mit dem Kommunizieren manchmal etwas schwierig. Leider ist auch in der Vorbereitung des Releases einiges schief gelaufen, so dass wir mit Promo und Co. noch ein bisschen hinterherhinken, aber ich bin mir sicher, dass sich dort noch was ändern wird.

Manuel: Da in Griechenland sitzen gute Leute mit einem etwas anderen Verständnis von Termintreue würde ich mal so sagen. Die Zusammenarbeit ist aber sehr fruchtbar

Als Hörer der Musik bekommt man nichts von dem mit, was dahinter steckt. Im Prinzip ist auch der Underground ein Musikgeschäft oder? Wie regelt ihr das? Nehmt ihr alles selber in die Hand?

Marc: Der Underground und gerade der METAL Underground ist ein großes Musikgeschäft! Wir sind ja selber durch und durch Metal Fans… Die Verbundenheit zu den Bands (und andersherum auch zu den Fans) ist wichtig und gerade im Underground ist das echt cool und wichtig. Zum Thema eigene Hand: Es ist als kleine Band natürlich schwer, einen "großen Coup" zu machen, Bookingagenturen/Labels/Managements reißen sich bekanntermaßen nicht um die kleinen Bands…

Sascha: Es gibt gerade hier um Ruhrgebiet zahlreiche Bands die zugleich für irgendwelche Events Veranstalter sind. Man pflegt solche guten Kontakte und knüpft auf Konzerten wieder neue. Es ist oftmals ein Geben und Nehmen.

Was steht bei Euch derzeit im Vordergrund? Möglichst viele Auftritte oder habt ihr bereits neue Ideen woran ihr arbeitet?

Marc: Eine gesunde Mischung aus beidem! Natürlich wollen wir den Spark of Deity verbreiten, bis der Notarzt kommt, allerdings soll der Nachfolger auch irgendwann das Licht der Welt erblicken. Wir arbeiten schon an dem ein oder anderen neuen Song und wenn alles gut geht gibt’s dann auch den zweiten Teil.

Sascha: Wenn man nur das Eine oder das Andere macht tritt man irgendwann mit Allem auf der Stelle. Momentan haben wir noch genug Zeit und Möglichkeiten für beides.

Erzählt ein bisschen über Eure Tour in Spanien. Jederzeit wieder oder eher niemals wieder?

Marc: Ich glaub ich sprech für alle: SOFORT wieder! Es war zwar mega anstrengend, da wir selber mit einem Wohnmobil mitgefahren sind und dementsprechend bei Wackeln und Fahren wenig Zeit und Ruhe war. Aber die spanischen Fans haben uns die Anstrengung echt versüßt. Eine international unbekannte Band wie Solar Fragment so nett zu empfangen und auch die Mucke abzufeiern ist einfach grandios.

Sascha: Oh ja, das war schon eine echt grandiose Erfahrung. Wir sind mit allen super klargekommen und hatten eine sehr angenehme Zeit auf Tour. Das schönste war eigentlich, dass uns die spanischen Fans so freundlich und schon fast euphorisch empfangen haben. Das war natürlich noch mal mehr Ansporn ein paar richtig gute Shows abzuliefern.

Wo wir gerade bei Ideen sind! Wie entsteht bei Euch ein Song? Woher kommen die Ideen und Inspirationen?

Marc: Völlig unterschiedlich. Ideen werden zusammengeworfen und ausgearbeitet, meistens zusammen im Proberaum oder auch zuhause. "Take me Higher" ist z.B. aus einer Gesangsmelodie entstanden…

Sascha: Im Prinzip kommen alle mit Ideen und Riffs um die Ecke. Es ist aber schon so, dass die Songs im Proberaum fertig komponiert und arrangiert werden. In letzter Zeit war es auch nicht selten der Fall, dass Manuel mit einem halbfertigen Knaller im Gepäck zur Probe kam. Was lyrische Elemente betrifft bedient sich Robert häufiger der Literatur oder wie im Fall von „Man Of Faith“ auch an TV-Serien wie Lost.

In Eurer Bandinfo steht ein Satz, der mir als erstes aufgefallen ist: „Schon wieder“ Power Metal aus Deutschland? Habt ihr diesbezüglich mit Vorurteilen zu kämpfen?

Marc: Ich glaube man kann das fast über jede Art von Metal sagen oder? In ganz Deutschland sprießen Bands aus dem Nichts und gerade das Ruhrgebiet, wo wir ja herkommen, ist voll von Bands! Da kann man auch mal "Schon wieder" sagen!

Sascha: Dieses „Schon wieder“ ist eher als Zitat der Allgemeinheit zu betrachten. Die Leute sind es mittlerweile einfach leid sich immer wieder den gleichen Einheitsbrei zu geben. Aber wie Marc schon anmerkte, trifft das wohl auf so ziemlich jedes Genre so.

Aus meiner Sicht, seid ihr mit den Power Metal Größen aus Deutschland nur ansatzweise zu vergleichen. Man hört bei euch keine Keyboards (und vermisst sie auch nicht) und der Gesang ist nicht gerade wie z.B. Helloween oder Edguy (was ich sehr gut finde). Wie seht ihr das Ganze? Seht ihr Parallelen zu anderen Bands?

Marc: Auf eine Tischhupe haben wir noch nie wert gelegt. Als Untermalung von "So Long" hat das natürlich Spaß gemacht, aber dauerhaft? NÖ! Zum Thema Gesang: Warum muss es immer der super hohe Gesang sein? Na klar, die deutschen Power/Speed-Metal Heroes sind nun mal bekannt für super hohen Gesang, aber im Genre selber gibt es zum Beispiel aus dem nordischen Bereich viele Bands, die gar nicht so hoch angesiedelt sind, check z.B. mal Persuader oder Nocturnal Rites!

Sascha: Ich denke es ist auch gut so, dass wir keine abgefahren hohen Vocals oder Keyboards einsetzen. Denn sonst würden wir wahrscheinlich Gefahr laufen, dass wir genauso im Einheits-Lala untergingen wie viele andere Bands und die Leute mit „Schon wieder“ reagieren würden.

Was ist bei euch anders als bei den anderen?

Marc: Immer 100% geben!

Sascha: Schwer zu sagen. Zumindest kann man von uns sagen, dass wir eine sehr „pflegeleichte“ und auch sehr bodenständige Truppe sind.

Kommen wir mal zu ganz anderen Fragen:
Hosen runter! Eure Lieblingssongs die für einen MetalHead „peinlich“ sein könnten! ☺

Marc: Puuuuuuuuh. Gute Frage. Ich hör manchmal gerne (völlig unmetallisch!) Norah Jones ☺

Sascha: Da gibt es einen Song von Justin Timberlake, den ich wirklich geil finde und eine seltsame Ballade von Britney Spears die mir einen wochenlangen Ohrwurm beschert hat.

Backstage: Konzentration oder dickes Saufgelage?

Marc: Eine gesunde Mischung. Klar, Bier verabscheuen wir natürlich nicht. Aber konzentrieren und professionell sein sollte man den Leuten vor der Bühne schuldig sein.

Sascha: Für gewöhnlich trinke ich vor Auftritten nicht. Ich fang meist erst auf der Bühne an. Vernünftiges Aufwärmen vor dem Gig ist wichtig. Ich habe es aber auch noch nicht erlebt, dass jemand von uns in eine tiefe Meditationsphase getaucht ist.

Ich hab schon ein paar Bands erlebt die On-Stage stinkbesoffen waren und trotzdem eine gute Show geliefert haben. Schafft ihr das auch?

Marc: Noch nie ausprobiert. Da muss man auch echt ne gute Kondition für haben.

Sascha: Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich das nicht kann. Da wäre meine ganze Motorik im Eimer.

Hattet ihr jemals einen verdammt peinlichen Auftritt? Ob jetzt mit Solar Fragment oder vorherigen Bands.

Marc: Ich hab mal mit meiner allerallerersten Kapelle auf so einer Schulveranstaltung gespielt, schöner heller Raum, bestuhlt… da kommt Metal total gut an.

Sascha: Ich habe es mal geschafft im Kultopia in Hagen das Licht auszuschalten ohne den Lichtschalter zu berühren. Mir ist der Beckenständer samt China Becken umgekippt und mit der Kante auf ein Kabel gekracht, was dann wohl zu einem Kurzschluss führte und damit für einen dreiminütigen Totalausfall sorgte.

Eure Erfahrungen oder Erlebnisse mit:
Groupies

Marc: Wo genau?

Sascha: Ahhhh Groupies,… das sind doch die komischen Erdnüsse im gewürzten Teigmantel, oder?!

Veranstalter

Marc: Gibt’s solche und solche. Supernetter Empfang, auch wenn die Mittel begrenzt sind, bekommt man was zu essen und was zu trinken und Spritgeld. Oder halt Leute, die für so was GAR nichts übrig haben.

Sascha: Insgesamt gab es bislang eigentlich keinen Gig bei dem man sich über den Veranstalter hätte ärgern müssen.

Fans

Marc: Ist schon cool, wenn jemand vor der Bühne steht und Drumsticks oder Plektren geschenkt haben möchte!

Sascha: Hier und da ergeben sich sogar manchmal wirklich nette Bekanntschaften. Wir haben zum Beispiel mal jemanden bei einem Gig in Duisburg kennengelernt. Aus dieser Bekanntschaft hat sich dann im Laufe der Zeit auch eine Freundschaft entwickelt.

Zum Schluss wie immer: Eure abschließenden Worte!

Sascha: Kauft Euch die „A Spark Of Deity“, besucht unsere Konzerte und habt Spaß mit uns.