Interview mit Contradiction

Die Thrash Metaller von Contradiction gehören quasi schon zu den alten Hasen unter unseren Portalbands. Seit nunmehr 18 Jahren sind sie gemeinsam musikalisch aktiv und rocken seitdem auch live immer wieder erfolgreich ihre Heimat Wuppertal, sowie viele andere Städte im In- und Ausland. Gitarrist Oliver stellte sich im Interview unseren neugierigen Fragen:

Wenn mein Gedächtnis mich nicht trügt, macht ihr jetzt schon seit etwa 18 Jahren die deutsche Metalszene unsicher und habt in der Zeit mit zahlreichen bekannten und unbekannteren Bands auf der Bühne gestanden. Auf welche seid ihr besonders stolz und wer fehlt euch noch zu eurem Glück?

Oh, da gibt es einige Namen, aber besonders stolz sind wir natürlich auf die gerade absolvierte Mini-Tour mit SACRED REICH, da es einfach auch menschlich total nette Typen waren, die uns absolut zuvorkommend behandelt haben... das erlebt man ja auch nicht immer so. Zudem war es einfach auch eine Riesen-Ehre, als einziger support diese Gigs mitfahren zu dürfen... doch, da kann man schon stolz sein. Außerdem war die Hütte jeden Abend randvoll. Die Overkill-Tour hat natürlich auch Bock gemacht und überhaupt... da sind noch viele aufzuzählen. Eine Tour mit Kreator wäre auch noch was feines.

18 Jahre sind 'ne verdammt lange Zeit. Hattet ihr nicht irgendwann mal kein Bock mehr auf die Musik, Konzerte und immer die gleichen Nasen in der Band?

Klar, sowas gab's in der langen Zeit sicher mal, aber in den ganzen Jahren haben wir ja nicht immer so Vollgas gegeben, wie es heute ist. Man kann sagen, es gab eine Startphase von ca. 3 - 4 Jahren... da waren es nur lokale Gigs. Dann kam die erste Durchstarter-Phase, nach der es aber mit dem Prozess gegen das einstige Label auch wieder den tiefen Fall gab. Von 1998 - 2002 passierte dann nicht wirklich viel, ehe wir 2003 erst wieder damit begannen, reichlich Gigs zu spielen... der Spaß war wieder da. Und seitdem ist der Fortschritt beachtlich und wir spielen jeden Gig mit totaler Hingabe. Wenn das mal weg sein sollte, hören wir sowieso auf.

Welchen Einfluss hatten die Besatzungswechsel in der Band auf eure Musik?


Gemessen an der langen Historie der Band hatten wir ja recht wenige Personalwechsel: Koffer und ich sind von Anfang an dabei, Drummer Christoph war ja schon von 1996 - 2000 bei uns... und die Hereinnahme von Westi war unser erster Wechsel am Bass seit 1995. Ich denke, dass wir momentan die stärkste Live-Besetzung aufbieten, die Contradiction jemals hatte, was auch die jüngsten Reaktionen und Erfolge belegen.

Eure aktuelle Scheibe ist mit "The Warchitect" betitelt. Was hat es mit diesem Wortspiel auf sich?

Im Grunde bezieht sich das auf alle Kriegstreiber, die all ihr Schaffen auf ertragreiche Kriegsführung ausrichten = "Architeckten des Krieges", aber im Song geht es konkret um George W. Bush, der, als Symbol der bösen Seite der USA, in einigen unserer Texte eine Hauptrolle spielt.

Eure Releaseparty im verganenen November war ein voller Erfolg. Neben unserer Portalband Midwinter habt ihr dem euphorischen Publikum ja auch eine junge Wuppertaler Nachwuchskapelle vorgestellt, die für ihr zartes Alter ja echt gut abgeräumt hat. Wie wichtig ist euch die Förderung von solchen jungen Metalbands?

Sehr wichtig! Wuppertal ist ja eh nicht so DIE Metal-Metropole schlechthin und somit haben wir irgendwann ein Förderkonzept erarbeitet... (immerhin werden wir ja irgendwann mal abtreten, hehe). Viele lokale Bands werden gesichtet und bekommen die Chance, bei von uns aufgestellten Gigs unter professionellen Bedingungen und teilweise mit bekannten headlinern zu spielen. Das Ganze kommt bei Bands wie Publikum und Presse gleichermaßen gut an. Demnächst darf eine dieser Bands wieder ran: diesmal haben wir ihnen Dew-Scented dazu organisiert.

Mittlerweile kommt ihr ja auch außerhalb Deutschlands ordentlich rum. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, wo würdet ihr noch gern spielen? Oder ist es zu Hause doch immer noch am schönsten?  ;-)


Klar... Heimspiel-Gigs sind immer wieder genial, aber mittlerweile haben wir uns anderenorts ne Menge Leute mit unseren vielen Gigs geradezu erspielt. Was wirklich noch fehlt, sind so Sachen wie Südamerika oder Japan... das wäre mal ne coole Sache. Und wir müssen wieder nach England, auf die Insel... das war wirklich klasse da.

Wie sehen jetzt eure Zukunftspläne aus? Arbeitet ihr schon am nächsten Album oder konzentriert ihr euch vorrangig auf Livegigs?


Hehe... wer uns kennt, kennt die Antwort: beides natürlich. Keine Atempause. Momentan versuchen wir Zeit für neue Songs zu finden... zwischen den Gigs. Das hat bei den letzten beiden Alben auch ganz gut funktioniert. Nur wissen wir noch nicht, wann wir im Studio sein werden. Live-Gigs stehen ja ganzjährig an und sind auch dauerhaft neue in Planung... 2008 wird's diesbezüglich nochmal richtig krachen, soviel ist sicher.

Was macht ihr, wenn gerade nicht Contradiction auf dem Plan steht? Seid ihr noch anderweitig musikalisch aktiv?


Koffer, Christoph und ich haben noch ne Coverband am Start: Der Kommissar...hier werdern Hits von 60ern bis aktuell durch den harten Fleischwolf gedreht und auf Metal getrimmt. Nicht Jedermanns Sache, aber dort, wo wir das darbieten, wird auf den Tischen getanzt, hehe. Wegen der vielen Contra-Arbeit ruht das Projekt aber mal wieder. Der Westi macht nebenbei noch die Band "all we hate" mit alten Guerrilla-Weggefährten. Man kann sagen, dass wir über die Maßen ausgelastet sind.

Danke für das Interview. Und jetzt noch die obligatorische Möglichkeit für die abschließenden Worte in eigener Sache....;-)

Gebt “the warchitect³ mal ne Chance und er wird sie euch auch geben. Da wir in jeder Ecke irgendwann mal aufspielen, sollte auch jeder mal die Gelegenheit nutzen, uns live anzuchecken und sich sein eigenes Urteil zu bilden. Dat lohnt sich wirklich!! Ehrlich.
Checkt auch unsere sites:
www.thrash-metal.de
www.myspace.com/contradictionmetal
 

21.08.2007 von Silvia